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Serie Sylter Sounds : "Black Coffee": Die Jazzer vom Braderuper Bauernhof

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In der Serie Sylter Sounds geht es heute um die Musiker der Band „Black Coffee“ und ihrer Vorliebe für skandinavischen Jazz

shz.de von
erstellt am 30.Jan.2016 | 05:06 Uhr

So klingt die Insel: Unter dem Motto „Sylter Sounds“ wird die Sylter Rundschau in einer neuen Serie Musiker der Insel vorstellen. Sie vertreten ganz unterschiedliche Stilrichtungen, sie haben ganz verschiedene Sounds – doch gemeinsam bringen sie Sylt zum Klingen.

Braderup, Ortsausgang Richtung Munkmarsch. In der Auffahrt zum Bauernhof der Familie Dethlefs steht auf Schildern „Kreativscheune“ und „Regenbogenhaus.“ Begriffe mit einer Tonalität, die auf Sylt inzwischen rar geworden ist, fast anachronistisch klingen. Hier ist seit vielen Jahren Kultur zuhause: Konzerte, Veranstaltungen, Kunst. Im Proberaum in der ersten Etage hat Bauer Helmut Dethlefs mit seinem Piano schon in vielen Konstellationen musiziert.

Ein heller, heimeliger Ort mit Dachschrägen, Fachwerk, Instrumenten und bunten Konzert-Postern, die von vielen Auftritten zeugen. Seit Mitte der Nullerjahre probt hier die fünfköpfige Band „Black Coffee“ ihren Jazz-Pop. Benannt haben sich die ambitionierten Hobby-Musiker nach einem Jazz-Stück von Sonny Burke, das die amerikanische Jazz-Sängerin Sarah Vaughn im Jahr 1949 zum ersten Mal intoniert hat und das seither unzählige Male gecovert wurde. „Wir spielen aber nicht nur Jazz“ sagt Sängerin Leonore Retiène, die vor vielen Jahren für das Windsurfen auf die Insel gekommen ist und als Lehrerin Sylter Kinder aufs Leben vorbereitet. „Sondern auch französische Chansons und schöne Pop-Songs, die uns gefallen, von Jazz-Trompeter Till Brönner über Adele bis zu Amy Whinehouse.“

Besonders gern spielt die Band neuen, skandinavischen Jazz. „Wir haben CDs von wunderschönen, schwedischen Sängerinnen gehört“, so erklärt Helmut Dethlefs die Affinität zum nordischen Sound, „und den Posaunisten Nils Landgren mögen wir auch sehr gerne.“ Schlagzeuger Günter Kirschke, Allgemeinmediziner aus Westerland, hat sich vor kurzem ebenfalls von Musik aus einem schwedischen Film inspirieren lassen. „Die Abspann-Musik in einem „Wallander“-Krimi war genial, mit Frauenstimme, das passt natürlich. Also haben wir recherchiert, die CD angehört und uns an das Stück heran gewagt.“

Zusammen mit dem Bassisten Reiner Brudnitzki, der Verkehrsplaner ist und Daniel Jäger an der Gitarre, der bei der Inselverwaltung arbeitet, sind „Black Coffee“ schon an vielen Orten der Insel aufgetreten: im alten Kursaal in Westerland, im Keitumer Kulturhaus, bei der offenen Bühne im „Kolibri“ am Flughafen und auf der prominentesten Bühne der Insel: in der Musikmuschel auf der Kurpromenade. Den schönsten Auftritt, da sind sich die Bandmitglieder einig, hatten sie im großen Veranstaltungsraum auf dem Braderuper Bauernhof, da spielten sie französische Chansons, dazu gab es gelesene Lyrik vom Keitumer Stefan Hartmann. „Da war einfach die beste Atmosphäre, die man sich vorstellen kann. Aber so eine große Wichtigkeit haben die Auftritte für uns nicht. Wenn wir uns wöchentlich treffen, ist uns das eigentlich genug“, betont Keyboarder Dethlefs.

Und Drummer Kirschke ergänzt: „Das Einstudieren neuer Stücke, dass ist eigentlich die schönste Herausforderung, jedes neue Lied macht wieder neuen Spaß. „Obwohl ich schon ganz gerne auftrete“ fügt Sängerin Retiène hinzu, „das gehört zu einer Band einfach dazu. Aber die anderen müssen das natürlich auch wollen.“ An einem Ort, und da ist sich die Band einig, werden sie ihren „schwarzen Kaffee“ Ende April im Kursaal³ in Wenningstedt servieren - im Rahmen eines Konzerts der „Offenen Bühne“. „Bei den Veranstaltungen der offenen Bühne dreht sich bei Bands und Publikum viel um Rock- und Punkmusik, da sind wir schon Exoten“, sagt Leonore Renière. „Deshalb freuen wir uns auf den Auftritt im Kursaal, das Publikum ist dort sicher breiter gefächert.“ Dem Jazz auf der Insel wäre es zu wünschen.

 

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