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Sylter Rundschau

21. Oktober 2017 | 08:49 Uhr

Standpunkt : Bittere Fehlentscheidung

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Kommentar von Michael Stitz zum Scheitern des Zech-Deals

shz.de von
erstellt am 12.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Und nun? Der so genannte Zech-Deal – ein hässliches Wort – ist an den Stimmen von SPD, SWG sowie des SSW gescheitert. Das ist eine bittere Fehlentscheidung!

Bitter, weil jetzt über weitere Jahre Stillstand auf dem Thermengelände herrscht. Neue Wohnungen für junge Sylter in Keitum und die gesamte Entwicklung der betroffenen Grundstücke sind blockiert. Man fragt sich, was die Politiker zu ihrer ablehnenden Haltung gebracht hat? Alternativen zu dem vorgeschlagenen Lösungsmodell waren es jedenfalls nicht. Denn die gab und gibt es nicht. Ein diffuses Unbehagen gegenüber Kurt Zech verbunden mit einer gehörigen Portion von Unentschlossenheit scheinen hier zu einem Entschluss gereift, der da heißt: Wir wollen für nichts und niemanden die Verantwortung übernehmen.

Sicher darf man mit Baurecht nicht dealen. Und sicher muss mit Augenmaß auf die Entwicklung von Hotelbauten sensibel reagiert werden. Nur hätte beides sauber in die Betrachtung und Beurteilung gezogen werden können, um die Verhandlungen über den von Bürgermeisterin Petra Reiber mit dem Unternehmer Kurt Zech entwickelten Lösungsvorschlag juristisch wasserdicht und für die Ortsentwicklung konstruktiv zu gestalten. Die Vorstellungen der CDU gingen wohl genau in diese Richtung – leider ohne die notwendige Durchsetzungsstärke.

Mit dem Nein zur weiteren Verhandlung ist erneut der längst nicht mehr tragbare Status Quo auf dem Thermengelände für unabsehbare Zeit zementiert. Ebenso zementiert wie die Haltung der ablehnenden Politiker, die sich dafür auch zukünftig verantworten müssen. Das Thermendesaster beruht auf politischen Fehlentscheidungen und juristischem Unvermögen. Seine aktuelle Fortsetzung ist aus der gleichen Melange.

Sollte sich hinter der Ablehnung das Kalkül verstecken, den Abriss der Therme zu einem Erfolg des neuen Bürgermeisters werden zu lassen, ist dies nicht nur in Anbetracht der Mühen schäbig, die Petra Reiber in den Lösungsversuch investiert hat. Der Plan dürfte auch auf längere Sicht gesehen kaum aufgehen. Denn jeder, der sich einmal mit der Komplexität des traurigen Kapitels Keitumer Therme beschäftigt hat, weiß, dass die rechtliche Gemengelage vertrakt ist.

 

Petra Reiber konnte mit juristischem Sachverstand, tiefer Aktenkenntnis und dem Wissen um Befindlichkeiten ihren Lösungsvorschlag entwickeln. Vielleicht hat sie gerade diese Befindlichkeiten unterschätzt? Auch das ist dann eine bittere Erkenntnis.

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