Serie: Meine Woche auf Sylt : Birgit Damer: Zwischen Kulturhaus und Sauna

„Ein Bad im Meer, der Duft von Holz und Birkenzweigen, die Stille“: Birgit Damer (49) liebt die Natur auf der Insel.
„Ein Bad im Meer, der Duft von Holz und Birkenzweigen, die Stille“: Birgit Damer (49) liebt die Natur auf der Insel.

In unserer Serie „Meine Woche auf Sylt“ erzählen Insulaner, welche Veranstaltungen sie empfehlen und was sie selbst am liebsten machen.

shz.de von
11. Mai 2015, 06:19 Uhr

Im Frühling und Sommer locken zahlreiche Veranstaltungen Gäste und Insulaner vor die Haustür. Bei den vielfältigen und täglich neuen Angeboten kann man jedoch schnell mal den Überblick verlieren. In unserer neuen Serie „Meine Woche auf Sylt“ erzählen uns Insulaner, welche Locations und Veranstaltungen sie persönlich empfehlen können. Heute sagt uns Birgit Damer (49), Goldschmiedin aus Keitum, was man diese Woche auf keinen Fall verpassen sollte.

Montags muss ich Kraft tanken für die Woche, sagt Birgit Damer. Um 19 Uhr geht sie zum Zumba im Syltness Center oder, wenn sie es lieber ruhig mag, zum Yoga Kurs im Syltfitness am Flughafen, erzählt die 49-Jährige. „Meine Woche ist immer sehr abwechslungsreich und fordernd, da ist es wichtig, einen Gegenpol zum Alltag zu schaffen.“

Wenn am Dienstag schönes Wetter ist, empfiehlt sie die „einmalige Gelegenheit“ zu nutzen, und um 13.45 Uhr zur Austern-Wattwanderung nach List zu gehen. „Als Autorin eines Buchs über Austern finde ich diese Wanderung nicht nur lehrreich sondern auch sehr genussvoll“, so die Goldschmiedin, die außerdem die erste Vorsitzende im Keitumer Kulturhaus ist. Dort sucht sie unter anderem das Programm aus und schreibt die Texte zu den Veranstaltungen.

Etwas ganz anderes, „das man allein nie machen würde“, schlägt die blonde Frau für den Mittwoch vor: Um 11.10 Uhr würde sie gerne mit Falk Eitnerauf die Nachbarinsel Römö fahren. Das sei ein „superschöner Ausflug und dem Menschenkenner, Spurensucher und ehemaligen Kapitän hört man gerne zu“, weil er wirklich etwas zu erzählen habe, ergänzt Damer. Als „Geheimtipp“ für den Abend schlägt sie einen Vortrag von Hartmut Schiller im Klappholttal vor. Der Leiter, der geschichtsträchtigen Bildungsstätte gibt dann einen kurzweiligen Einblick in die Sylter Sagenwelt. Sagen und Märchen der Insel Sylt lautet der Titel, los geht es um 20 Uhr.

Am Donnerstag ist Christi Himmelfahrt und somit ein Feiertag: Das bedeutet , es ist ein Kulturhaustag für Damer. Dort möchte sie um 20 Uhr ein Konzert der Reihe Magic Nordic Voices besuchen. Simon Glöde machte in Dänemark seine Musikausbildung, tingelte als Straßenmusiker von Kopenhagen bis New York und sei mit einer Stimme und Bühnenpräsenz zurückzukehrt, die Gänsehaut verursache, lobt sie. „Unbedingt hingehen“, sagt die Musikliebhaberin.

Am Freitag geht sie gleich noch einmal ins Kulturhaus: Zur Abwechslung dieses Mal zu einer literarischen, statt einer musikalischen Veranstaltung. Die Sylt-Krimi-Autorin Gisa Pauly liest dann am Abend aus ihrem aktuellen Werk. „Sonnendeck“ heißt der neueste Fall von Mamma Carlotta, die immer auf dem Laufenden ist, was Gerüchte und Geschichten der Insel betrifft.

Am Sonnabend will Birigt Damer nur „relaxen“ und zwar bei Wonnemeyer am Strand. „Chillen, Grillen, Leute treffen und einen echten Sundowner genießen“, lautet dann das Tagesprogramm der Schmuckfrau. „Bei schlechtem Wetter würde ich allerdings eher in der schönsten Hotel-Bar der Insel, im Severins Resort & Spa, zu finden sein“, sagt sie.

Immer sonntags geht Birigt Damer in der Strandsauna in List, denn das sei ein Paradies für Menschen, die das Einfache lieben. „Ein Bad im Meer, der Duft von Holz und Birkenzweigen, die Stille“, schwärmt Damer, mehr braucht sie dann nicht, um Kraft zu tanken für die neue Woche.

„Man muss auch was für die Seele tun“, das ist der auf Sylt lebenden Frau wichtig. Wenn nichts anliegt, kocht Damer leidenschaftlich gern – oder sie liest. Ihr aktuelle Lektüre: „Alles wird hell“, geschrieben von der Schauspielerin Julia Jessen. Das sei ein ganz tolles Buch, dort werde ein Frauenleben aus verschiedenen Zeitaltern betrachtet, die Hauptfigur „wächst einem richtig ans Herz“, sagt die Kulturliebhaberin begeistert. Auf Fernsehen verzichte sie seit rund einem Jahr komplett.„Ich konnte die ständige Werbung nicht mehr ertragen“, sagt sie. Auf DVD-Serien möchte sie aber nicht verzichten. Gerade schaut sie die US-amerikanische Fernsehserie Mad Men, und arbeitet sich auf die letzte Staffel zu.


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