Abfallwirtschaft auf Sylt : Bio-Tonne: Jetzt wird kontrolliert

Es stinkt und es dampft: Remondis-Mitarbeiter Ronald Dau bei der Entsorgung von Biomüll.
Es stinkt und es dampft: Remondis-Mitarbeiter Ronald Dau bei der Entsorgung von Biomüll.

Auf Sylt müssen sich Hausbesitzer selbst um die Anschaffung einer Bio-Tonne kümmern. Wird der Müll nicht getrennt, bleibt die Tonne stehen

shz.de von
19. Januar 2015, 05:24 Uhr

Seit dem 1. Januar 2015 müssen sich die Insulaner auf stärkere Kontrollen durch die Abfallwirtschaftsgesellschaft Nordfriesland (AWFN) einstellen: Im Zuge einer deutschlandweiten Regelung soll kontrolliert werden, ob die Insulaner ihren Biomüll auch abfallgerecht in eine Biotonne oder auf dem Kompost entsorgen - und nicht im Restmüll.

Im Gegensatz zu anderen Kreisen in Schleswig-Holstein kommt es im Kreis Nordfriesland und damit auch auf Sylt aber nicht zu einer Pflicht-Tonne. „Die Hausbesitzer müssen für die Bio- und die Restmüll-Tonne sorgen, das ist eine Entscheidung des Kreises“, erklärt Marion Skau von der Abfallberatung der AWNF. „In diesen Kreisen wird die Tonne zur Verfügung gestellt, auf Sylt muss man sich aber selbst darum kümmern“, erklärt Volker Typussek, Betriebsstättenleiter bei Remondis auf Sylt. Man setze auf die Vernunft und Eigenverantwortung der Bürger. „Die Arbeit damit haben aber wir“, so Typussek. Denn: Die Fahrer müssen bei der Abholung der grauen Tonnen kontrollieren, ob darin Biomüll entsorgt wurde. „Bei einer Fehlsortierung muss der Bürger damit rechnen, dass die Tonne stehen bleibt“, so Typussek.

In der Broschüre der AWNF ist noch die Rede von „gelber und roter Karte“, „aber das wurde geändert. Die Tonne bleibt nun sofort stehen“, so Marion Skau. Auf der Internetseite ist das bereits korrigiert, für die Broschüre kam diese Entscheidung jedoch zu spät, sie war bereits gedruckt. „Die Kontrollen sollen im Frühjahr beginnen, wenn der Rasen anfängt zu wachsen. Stichprobenartig werden wir zehn bis 15 Prozent der Tonnen das ganze Jahr hindurch kontrollieren“, sagt Typussek. Und Marion Skau fügt hinzu: „Wir werden die Bürger noch auf die Kontrollen hinweisen.“

Die Alternative zur Bio-Tonne bleibt der Kompost. Wird der Bio-Abfall auf dem eigenen Grundstück kompostiert, dürfen gekochte Essensabfälle und beispielsweise stark gespritzte Citrusfrucht-Schalen in die graue Tonne entsorgt werden.

Auf Sylt sind 11  528 graue Restmüll-Tonnen im Umlauf und nur 4219 Bio-Tonnen. Während beim Restmüll 7860 Tonnen Gewicht pro Jahr entsorgt werden, sind 1410 Tonnen Bioabfall. „Da ist also noch Steigerungspotential. Es geht darum, den Restmüll-Abfall durch die Bio-Tonne zu reduzieren“, erklärt Typussek. Er legt den Syltern die Bio-Tonne ans Herz. Zumal die kleinste Größe von 40 Litern, die 14-tägig abgeholt wird, für viele reicht, sodass die Kosten im Rahmen bleiben.

Bioabfall ist viel zu wertvoll für den Restmüll – so steht es in der Broschüre des AWNF. Dennoch muss die Bio-Tonne bezahlt werden. „Seit dem letzten Jahr ist die Bio-Tonne aber günstiger als die graue Tonne. Damit tragen wir dem Rechnung“, so Marion Skau. Während die 40 Liter-Tonne in grau 43,80 Euro pro Jahr bei 14-tägiger Abholung kostet, sind es bei der Bio-Tonne 36 Euro (Ein-Personen-Haushalte können eine Ermäßigung beantragen). Kostenlos könne das nicht sein, schließlich müssen die Kosten, die durch die Müllentsorgung verursacht werden, auch gezahlt werden. Und Kosten entstehen auch beim wertvolleren Biomüll.

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