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Viel Wirbel um Brände auf Sylt : Bild-Zeitung schürt Angst vor neuem Feuerteufel

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Kripo und Feuerwehr sehen keine Zusammenhänge zwischen den Bränden in letzten Monaten

von
erstellt am 07.Aug.2014 | 05:32 Uhr

„Unheimliche Brandserie auf Sylt. Schon zehn ungeklärte Fälle seit Februar“ – mit dieser Schlagzeile sorgte die Bild-Zeitung am Dienstag für einige Aufregung und weckte Ängste vor einem neuen „Feuerteufel“, der auf der Insel unterwegs sein könnte. Während zu der angeblichen Feuer-Serie und den einzelnen Bränden kaum etwas in dem umfangreich illustrierten Artikel steht, erinnert Bild in wortreicher Dramatik an den Serientäter von 2010, der in zehn Tagen 17 Brände legte, sowie an die drei Brandstiftungen 2011 in Morsum.

Doch wie stellt sich die Situation aktuell wirklich dar? Welche Brände sind aufgeklärt? Wo gibt es Hinweise auf Brandstiftung? Die Sylter Rundschau hat bei der Kriminalpolizei und der Feuerwehr Westerland nachgefragt.

Jörg Elias äußert sich enttäuscht, ja entsetzt über den Bild-Artikel. Sein Zitat, dass man auf Sylt darüber nachdenke, „ob da schon wieder was im Gang ist“, sei völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Grundsätzlich betont der Westerländer Wehrführer, es gäbe von Seiten der Feuerwehr überhaupt keine Hinweise auf einen so genannten Feuerteufel. „Die Brände sind dafür viel zu unterschiedlich. Es ist überhaupt kein Rhythmus drin, der auf die Handschrift eines Brandstifters deutet.“

Noch immer nicht aufgeklärt sind die beiden Brände in der Silvesternacht 2013/14 im Hotel Miramar. Die Kriminalpolizei ermittelt weiter wegen des Verdachts auf vorsätzliche Brandstiftung, teilt der Sylter Kripochef Ralf Stolle mit. Gegen 21 Uhr hatte es zuerst in einem Konferenzraum gebrannt. Ursache des zweiten, um 1.11 Uhr entdeckten Feuers im Heizungskeller könnte laut Jörg Elias aber auch ein Kurzschluss gewesen sein, der vermutlich bereits vor dem ersten Brand entstanden sei.

Der Brand eines Containers mit Bauschutt, Holz und Kokosmatten in der Wilhelmstraße am 7. Januar 2014 ist dagegen aufgeklärt. Das Feuer wurde entweder durch eine weggeworfene Zigarettenkippe oder durch Schweißarbeiten in der Nähe ausgelöst, so der Westerländer Wehrführer.

Zu dem in der Nacht vom 22. Juni abgebrannten Reetdach-Doppelhaus im Rantumer Raanwai laufen weiter die kriminalpolizeilichen Ermittlungen (wir berichten). Neues gibt es zu dem Brand des Restaurants Strandoase am 2. August, bei dem der Kiosk sowie Teile des Daches brannten und durch starke Hitzeentwicklung und Rußeinwirkung der gesamte Innenbereich stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Laut Inhaber Udo Sonnleitner waren am Dienstag ein Sondertrupp der Kripo zur Spurensicherung und auch die zuständige Versicherungsagentur vor Ort, ab heute kommt eine Sanierungsfirma. Sonnleitner hofft, ab Mitte nächster Woche die Terrasse und auch die Gasträume nutzen zu können. Weil vor allem die Küche durch den Brand stark beschädigt wurde, soll schon bald ein mobiler Küchencontainer aufgestellt und zumindest einige Gerichte aus der Speisekarte angeboten werden.

Nach dem bisherigen Stand der Untersuchungen, so Kriminalhauptkommissar Stolle, ist eine vorsätzliche Brandstiftung auch im Fall der Strandoase nicht auszuschließen. Es werden noch Zeugen gesucht, die früh morgens am Strand oder im Bereich des Restaurants gewesen sind und dort oder auf dem Parkplatzgelände möglicherweise Personen gesehen haben. Die Brandausbruchszeit dürfte am Samstagmorgen zwischen fünf und sechs Uhr gelegen haben. Hinweise bitte an die Kripo Sylt unter 70470.

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