Openair auf Sylt : Besucherrekord bei Kampen Jazz

Im Duo: Till Brönner und Bassist Dieter Ilg.
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Im Duo: Till Brönner und Bassist Dieter Ilg.

10 000 Fans feierten Musikfestival am Strönwai / Gaststars Dieter Ilg, David Sanborn, Wolfgang Haffner und Mario Biondi begeisterten das Publikum

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16. Juli 2018, 04:34 Uhr

Was ist Jazz? Die Besucher von Kampen Jazz 2018 erlebten am Wochenende eine große musikalische Bandbreite, an der auch Nicht-Jazz-Fans Gefallen finden konnten. Spätestens am Samstag Abend schnippten alle beim Auftritt des sizilianischen Sängers Mario Biondi mit den Fingern und wippten mit den Füßen. Beseelt traten die Zuhörer um 23 Uhr den Heimweg an – durchweg begeistert von dem kostenlosen Konzertgenuss am Strönwai. Der Veranstalter sprach angesichts von insgesamt 10 000 Besuchern an beiden Tagen sogar von einem Rekord.

Kein Wunder bei den großen Namen, die der musikalische Leiter Till Brönner (47) auf die Insel geholt hatte. Neben dem Star-Trompeter, der mit Bassist Dieter Ilg auftrat, verwandelten US-Altsaxophon-Ikone David Sanborn, Schlagzeuger Wolfgang Haffner und die italienische Soul-Größe Mario Biondi die Whiskymeile zwei Tage lang in die Jazz-Hochburg Deutschlands. Der angenehme Sonne-Wolken-Mix trug seinen Teil dazu bei, dass die Besucher entspannt und gutgelaunt den Abend genießen konnten, ob auf dem Parkplatz vor der Bühne, an den Getränke- und Essensständen auf dem Strönwai oder auf den Terrassen der Lokale.

Eingeleitet wurden die Konzerte auf der Hauptbühne am Freitag und am Samstag bereits nachmittags von DJ Peter Kliem (Club Rotes Kliff) sowie von Inusa Dawuda und Bouch. Die musikalische Eröffnung des Abendprogramms übernahm der Gastgeber selbst. Till Brönner präsentierte mit Bassist Dieter Ilg (56) Stücke des ersten gemeinsamen Albums der beiden: „Nightfall“. Mit ruhigen Arrangements und kreativen Improvisationen zogen sie das Publikum in ihren Bann.

„Topact“ am Freitag war die US-amerikanische Saxophon-Legende David Sanborn (72) mit seiner Band. Der sechsfache Grammy-Preisträger nahm die Zuschauer mit auf eine Reise durch seine 24 Soloalben – eine Mischung aus Smooth-Jazz, Soul, R’n’B und Pop.

Schlagzeuger Wolfgang Haffner (52) und seine Band machten den Auftakt am Sonnabend. Bei den Songs aus seinem neuesten Projekt „Kind of Spain“ bewies der international erfolgreiche Jazzdrummer seinen unverwechselbaren Sound.

Für einen fulminanten Abschluss sorgte der Italiener Mario Biondi (47) mit seiner Barry-White-ähnlichen Reibeisenstimme. Für Soulklassiker wie „Nightshift“ von den Commodores und „Smooth Operator“ von Sade, unterstützt von Till Brönner an der Trompete, ernteten Biondi und Band Beifallsstürme.

„Die Stimmung war einfach unfassbar schön“, zog Kurdirektorin Birgit Friese gestern ein Fazit. „Mehr geht nicht“, pflichtete ihr Bürgermeisterin Steffi Böhm bei. „Ich habe noch nie so viele Menschen am Strönwai gesehen.“ Gemeinsam mit Till Brönner und Veranstalter Dariush Mizani waren sich beide einig, dass es 2019 zum vierten Mal Kampen Jazz geben soll.

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