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Tourismus auf Sylt : Besser berechnen, wie viele Gäste kommen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Günter Schroeder will ein Konzept entwickelt haben, mit dem er die Bettenauslastung für die kommenden Sommerferien berechnen kann.

Kann man jetzt schon Prognosen wagen, wie die Bettenauslastung auf der Insel im Sommer 2021 aussieht? Günter Schroeder, Geschäftsführer der Ferienwohnungs-Vermittlung Sylt Tourismus Zentrale sagt, er kann. Um diese Zahlen zu prognostizieren, hat er sich viel Zeit genommen: Seit Jahren sammelt er sorgfältig alle Besucher- und Übernachtungszahlen der Insel und wertet die Informationen aus. In den vergangenen drei Jahren hat er aus all diesen Daten ein Konzept entwickelt, mit dem er die durch Schulferien beeinflusste Auslastung der Bettenkapazitäten auf Sylt bereits vor Ferienbeginn hochrechnen will.

Schroeders Herangehensweise: Er schaut sich den gesamten Zeitraum der kommenden Sommerferien an und bringt diese mit den Urlauber-Zahlen zusammen, die der Insel Sylt Tourismus-Service für die vergangene Saison bekannt gegeben hat. „Leider ist Westerland der einzige Ort auf Sylt, der genau aufschlüsselt, wie viele Urlauber aus welchem Bundesland auf die Insel kommen“, so Schroeder, „daher nehme ich diese Zahlen und rechne sie auf die Insel hoch.“ So erhält er schließlich für jedes Bundesland einen Prozentsatz und kann damit bestimmen, ab wann es auf der Insel voll wird.

Das bekannte Beispiel: Da Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein die drei für den Sylter Tourismus relevantesten Bundesländer sind, wird es dementsprechend auch am vollsten, wenn diese gleichzeitig Ferien haben. Diese Informationen sind aus Schroeders Sicht wichtig, um gezielt Werbung schalten zu können und Marketingstrategien zu entwickeln. „Alle Vermieter haben ihre eigene Herangehensweise an ihre Werbemaßnahmen“, so Schroeder, „allerdings ist der Zeitpunkt dafür wichtig.“ Um in Zukunft einen noch besseren Überblick zu erhalten und genauere Hochrechnungen ermitteln zu können, würde er sich wünschen, dass auch die anderen Inselorte genau aufschlüsseln, woher die Urlauber kommen.

Schroeder möchte mit seiner Arbeit auch andere Touristiker und Vermieter darauf aufmerksam machen, mehr auf die Zahlen zu achten, vor allem in Anbetracht auf ihr Marketing: „Werbung muss man weit im Voraus planen“, so Schroeder. „Bereits vor einer Saison sollte man genau wissen, wann wo welche Anzeige geschaltet werden soll, um die Urlauber anzusprechen und auf die Insel zu holen“. Es bringe rein gar nichts, erklärt er, aus purer Panik heraus Werbung zu schalten, wenn mal wieder Regen angesagt sei. Auch Moritz Luft, Geschäftsführer von Sylt Marketing kennt Schroeders Zahlen und Herangehensweise. „Es wäre schön, wenn sich alle Sylter Vermieter an diesen Zahlen orientieren würden“, so Luft, „man muss sich viel mehr Gedanken darüber machen, wann genau die Ferientage und auch Feiertage in den für Sylt so relevanten Bundesländern sind.“

Für 2016 sieht Schroeder übrigens aufgrund der entzerrten Sommerferien ein für den Sylter Tourismus günstiges Jahr voraus, die günstigste Sommerferien-Konstellation prognostiziert er jedoch für das Jahr 2021. „Allerdings nur, wenn die Werbung in den richtigen Bundesländern zum richtigen Zeitpunkt geschaltet wird.“


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erstellt am 21.Okt.2015 | 05:02 Uhr

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