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Serie Sylter Inselkopf : Beruf und Ehrenamt vereinbaren

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Als Veranstaltungsleiter des Insel Sylt Tourismus-Service und Westerländer Wehrführer ist Jörg Elias immer einsatzbereit.

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Nicht immer führt der berufliche Weg schnurgeradeaus zum Traumjob. Davon kündet in der Wohnung von Jörg Elias ein makelloses Schränkchen mit fein gemaserter Birkenholz-Oberfläche. Es war das Gesellenstück des heutigen Veranstaltungsleiters des Insel Sylt Tourismus-Service, dessen Berufsleben als Tischler begann. Dass er später in eine andere Richtung abbog, hat er nie bereut: „Ich habe meinen Traumjob gefunden.“

Nach dem Schulabschluss 1979 also absolvierte Jörg Elias die Tischlerlehre und zwar – wie das Leben so spielt – bei seinem heutigen Schwiegervater Wolfgang Krüger. Seine Kenntnisse vertiefte Elias in zwei weiteren Sylter Tischlereibetrieben, ehe der gebürtige Westerländer sich 1985 einmal anderweitig erproben wollte und bei der damaligen Kurverwaltung Westerland als Plakateur bewarb.

Den Job machte er gut und wurde nach und nach mit weiteren Aufgaben im Veranstaltungsbereich betreut. Hautnah erlebte er dabei Gründerzeiten mit: „Große Außenveranstaltungen wie heute gab es nicht. Mit dem Surf-World-Cup ging es los – anfangs noch ganz provisorisch mit drei Wohnwagen, die als Büros für die Organisation dienten.“ Es waren spannende Jahre des Aufbaus, in denen Stars wie Robby Naish für Elias bald zu alten Bekannten wurden, und bis heute ist der Cup „mein Lieblingskind geblieben“.

Mit den Jahren mehrte sich die Zahl der Veranstaltungen, die Jörg Elias betreute, stetig. Viele Prominente lernte er kennen, einige „unglaublich hochnäsig“, andere „ungemein sympathisch“. Heino etwa, der zum Bühnenaufbau extra Kuchen vorbei brachte. Andere Stars standen indes noch vor ihrem Aufstieg. So gestattete Elias einer Musikgruppe, am spielfreien Tag des Kurorchesters ohne Gage in der Musikmuschel aufzutreten. Das Konzert wurde ein sensationeller Erfolg für die noch unbekannte Familienformation, die wenig später als „Kelly Family“ bundesweit populär wurde.

2007 zum Veranstaltungsleiter befördert, ist der Feierabend bei Jörg Elias eine Variable, denn auch abends und an Wochenenden gibt es Arbeit. Zur Ruhe kommt er aber danach nicht unbedingt: Seit vier Jahren steht er der Westerländer Feuerwehr vor und ist bei fast jedem Einsatz unabhängig von der Uhrzeit vor Ort. „Anderen Menschen zu helfen“ war für ihn Motivation, als zwölfjähriger Steppke der Westerländer Jugendwehr beizutreten, und ist es bis heute geblieben. Dabei, betont Elias, habe er nie Führungsambitionen gehabt: „Ich wollte immer vorne am Strahlrohr stehen und kein Häuptling sein.“ Doch es kam, wie im Berufsleben, anders.

Und auch die dritte Passion, die Jörg Elias auf Trab hält, war eine ungeplante. Als Kind von einem störrischen Pony gebissen, hegte er fortan über Jahrzehnte eine Antipathie. Erst durch seine Tochter, „eine echte Pferdenärrin“ fand er vor wenigen Jahren beim Passen von Ringreiterpferden wieder Zugang zu den Vierbeinern. „Heute bin ich Sylts ältester Pferdepasser“, schmunzelt Elias, der inzwischen sogar Reitunterricht nahm und mit seiner Tochter ein eigenes Pferd betreut.

Im Beruf wie im Ehrenamt immer einsatzbereit sein und dennoch Gelassenheit ausstrahlen – das Erfolgsrezept für den 51-Jährigen ist die Familie. Die Tochter seines Lehrherrn hatte er Jahre später zufällig wieder getroffen, es funkte und 1998 heirateten Anke und Jörg Elias. Tochter Annika komplettierte das Glück. „Meine Familie“, sagt er, „ist mein Rückgrat und gibt mir so viel.“ Und auch sein Chef Peter Douven ist für ihn eine wichtige Komponente, nicht nur im dienstlichen Alltag: „Er bringt meinem Ehrenamt viel Verständnis entgegen.“ Von seinem Abteilungsteam schwärmt Elias, der umgekehrt für seinen Teamgeist geschätzt wird: „Freundlich, hilfsbereit – und immer in Aktion, das ist Herr Elias“, umschreibt es eine junge Kollegin.

Von seinem Arbeitsplatz ist es nur einen Steinwurf bis zum Strand. Doch unter die Sonnenanbeter mischt er sich niemals privat. „Warum auch, ich springe da ja oft genug dienstlich rum.“ Wann er denn das letzte Mal im Meer gebadet habe? „Oh“, überlegt Jörg Elias angestrengt. „Das muss, hm, wohl so 18 Jahre her sein.“

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