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Rückehr nach Sylt : Berat konnte nach Hause kommen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Sylter Familie Caliskan freut sich darüber, dass es ihrem Sohn sieben Monate nach seiner Stammzellen-Transplantation wieder besser geht

Endlich zuhause! Fast sieben Monate verbrachte Sibel Caliskan mit ihrem leukämiekranken Sohn Berat in der Kinderklinik der Uniklinik Kiel, vorgestern Abend kamen sie und der Zweieinhalbjährige zurück nach Westerland.

Während der Kleine gut gelaunt glucksend mit seinem Handy spielt, zeigt seine Mutter neben großer Erleichterung auch Anzeichen von Erschöpfung. Sieben Monate hat sie mit im Krankenhaus gelebt und immer wieder sah es für Berat gar nicht gut aus. Vier Kinder, mit denen sie auf der Station viel zu tun hatten, mit deren Eltern sie sich ausgetauscht und gegenseitig getröstet hat, sind in diesen sieben Monaten gestorben. „Jeden Morgen wache ich auf und bin erleichtert, dass Berat noch lebt.“

Im April vergangenen Jahres hatte die Familie Caliskan die Diagnose für Berats Leukämieerkrankung erhalten. Der kleine Junge leidet außerdem unter einer ausgeprägten Form der Erbkrankheit Neurofibromatose. Im Sommer vergangenen Jahres wurde dann ein Stammzellenspender für ihn gefunden, Ende August fand die Transplantation in der Kinderklinik in Kiel statt (wir berichteten).

Durch Krankheit und Chemotherapie geschwächt, habe Berat oft nur völlig erschöpft in seinem Bettchen gelegen, phasenweise habe er gegen die Schmerzen Morphium bekommen: „Es ist sehr schwer, sein eigenes Kind so zu sehen“, sagt Sibel Caliskan. Nach einer Stammzellen-Transplantation ist außerdem das Immunsystem sehr geschwächt – anfangs durfte Berat keinen Besuch bekommen. Auch jetzt müssen seine Eltern aufpassen, damit er sich nichts einfängt. Und auch, wenn Berat jetzt schon recht viel erfolgreich überstanden hat – Entwarnung kann immer noch nicht gegeben werden: „Wenn es ein Jahr nach der Transplantation keinen Rückfall gab, steigen die Chancen deutlich“, erklärt Erkan Caliskan. Und fügt hinzu: „Aber wir haben in Kiel so viele Rückfälle gesehen, einige nach wenigen Monaten, andere nach vier Jahren.“ Mit Daumen drücken für Berat dürfte deshalb nicht so schnell Schluss sein.

„Die Sylter haben uns ohnehin nicht vergessen.“ Regelmäßig werde er auf das Befinden seines Sohnes angesprochen, sagt Erkan Caliskan. „Und die vielen Nachrichten und Einträge, die uns Mut gemacht haben, haben mir in der Klinik sehr geholfen“, erzählt seine Frau. Auch als die Familie am Montagabend die Rückkehr des Jungen auf die Insel auf Facebook verkündete, freuten sich hunderte von Syltern mit ihnen.

Jetzt muss die Familie weiterhin zweimal wöchentlich nach Kiel fahren, um Berats Blutwerte überprüfen zu lassen. „Aber das“, sagt Erkan Caliskan, „das ist ja jetzt kein Problem mehr. Das schaffen wir auch noch.“

 

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erstellt am 05.Feb.2014 | 06:00 Uhr

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