Bekommt die Insel eine neue Schwimmhalle?

Auch die Sylter Lebenshilfe nutzt die Lister Schwimmhalle.
Auch die Sylter Lebenshilfe nutzt die Lister Schwimmhalle.

Bis Ende 2014 sollen Vereine die Lister Schwimmhalle weiter nutzen - danach werden Alternativen gesucht

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23. Mai 2013, 03:59 Uhr

Sylt | Wie geht es weiter mit dem Schwimmsport auf Sylt? Mit dieser Frage setzen sich die Inselgemeinden momentan auseinander. In den vergangenen drei Jahren nutzten Vereine, Schulen und Kitas die Lister Schwimmhalle auf dem Gelände der ehemaligen Marineversorgungsschule (MVS). Bisher mussten die Gemeinden für die Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes keine Pacht zahlen - ab Juli diesen Jahres will Eigentümer Philipp Graf von Hardenberg nun Geld sehen. Ihm schweben 4 500 Euro Pacht pro Monat vor. Bisher haben die Inselgemeinden im Jahr rund 150 000 Euro Betriebskosten für die Nutzung der Halle gezahlt.

Nachdem die Inselgemeinden Pachtzahlungen bisher abgelehnt hatten, sagte Petra Reiber gestern nach einem Treffen der Inselbürgermeister: "Wir sind nun - anders als bisher - auch bereit, eine Pacht zu bezahlen." Wie viel, sagte die Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt nicht. Zudem betonte Reiber, dass das Pachtverhältnis in List "nur eine Interimslösung" sei, der Vertrag mit dem Eigentümer, der NCS Grundbesitz GmbH & Co. KG, soll nach Wunsch der Inselgemeinden nur bis Ende 2014 verlängert werden. Währenddessen "werden wir nach langfristigen Alternativen suchen", so Reiber. Beispielsweise könne ein neues Lehrschwimmbecken am Schulzentrum gebaut werden. Eine andere Alternative wäre laut Reiber, in der Sylter Welle in Westerland ein Schwimmer-Becken anzubauen. Die Möglichkeit, langfristig in List zu bleiben, werde auch in die Überlegungen einbezogen. Allerdings betont die Bürgermeisterin, dass die dortige Schwimmhalle unter Denkmalschutz steht - und dass auch bei der Technik "vieles erneuert werden muss". "Für uns ist die wirtschaftlich sinnvollste Lösung maßgebend", so Reiber weiter. Wichtig sei, dass der Schwimmsport auf der Insel langfristig gesichert sei. Aber, da spricht die Bürgermeisterin Klartext: "Wir wollen uns nicht erpressen lassen". Seit fünf Jahren versuche man, sich mit Hardenberg zu arrangieren - "es gibt auch eine Schmerzgrenze."

Hardenberg selbst ärgert sich über die Sylter Politik, der er vorwirft, seinen Ruf schädigen zu wollen: "Ich verstehe nicht, was es mit Erpressung zu tun hat, wenn wir eine Pacht fordern. So eine Schwimmhalle zu betreiben, kostet doch Geld - wieso sollten wir da draufzahlen müssen?"

Egal wo - für Peter Schnittgard, Vorsitzender des TSV Westerland, ist vor allem wichtig, dass es auf Sylt weiterhin die Möglichkeit gibt, Rettungsschwimmer auszubilden und dass Sylter Kinder schwimmen lernen. Rund 200 Insulaner sind in den Schwimmsparten des TSV, des TV Keitum und des DLRG aktiv - die drei Vereine betreiben die Lister Schwimmhallte gemeinsam. Einen positiven Aspekt kann Schnittgard der langwierigen Diskussion abgewinnen: "Hier ziehen alle Inselgemeinden an einem Strang, um die Zukunft des Schwimmsports auf der Insel zu erhalten."

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