zur Navigation springen

Fahrrad-Taxen : „Beim Start gibt es immer Vorbehalte“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Pläne des Sylter Velotaxi-Unternehmens, das Angebot auch auf den Bahnhofsvorplatz auszudehnen, stoßen bei der Verwaltung auf Ablehnung.

Die Sylter Velotaxis wollen ihr Angebot ausbauen: Neben sogenannten „Bar-Shuttles“, bei denen die modernen Fahrradrikschas Kneipengäste ab 22 Uhr durch die Fußgängerzonen befördern sollen, hat das Unternehmen mit Hauptsitz in Berlin jetzt auch um die Genehmigung für Fahrten ab dem Bahnhofsvorplatz gebeten.

Doch die Verwaltung signalisierte im Planungs- und Bauausschuss mit einer Beschlussvorlage dazu bereits jetzt ihre Ablehnung. Die Begründung: Die Konkurrenz zu den Taxiunternehmen und die zusätzliche Verkehrsbelastung sprächen gegen das Vorhaben. Rückendeckung bekommt der Sylter Velotaxi-Betreiber Stephan Seegers jetzt von dem Klimaschutzmanager der Gemeinde Sylt. „Das Velotaxi ist gelebter Klimaschutz“, findet Günter Thomas. Die grüne Serviceleistung sei im Prinzip zu befürworten . „Man muss natürlich Wege finden, um das Angebot in der Hochsaison nicht zum Problem werden zu lassen.“ An anderen Standorten wie München, Berlin oder Frankfurt hat das Velo-Unternehmen solche Problemstellungen bereits überwunden, sagt Deutschland-Geschäftsführerin Carina Heinz: „Beim Start gibt es immer Vorbehalte, aber mit der Zeit werden dann auch die Hotspots freigegeben.“ So gehören die Pedal-Taxen heute auch vor dem Brandenburger Tor oder der Frankfurter Einkaufsmeile auf der Zeil zum Stadtbild. Probleme mit dem Fußgängerverkehr gäbe es in der Regel nicht, sagt Heinz. „Das liegt daran, dass die Fahrer um die Genehmigung wissen und solche Zonen in problematischen Zeiten dann meiden.“

Dass sich der Standort für Velotaxen schon mit der jetzigen Genehmigung für bis zu fünf Dreiräder lohnt, davon ist Velotaxi Sylt Betreiber Stephan Seegers nach seiner ersten Saison überzeugt und zieht eine positive Bilanz: „Der Auftakt ist für mich sehr erfolgreich gewesen.“ Wie viele Fahrten seine drei modernen Fahrrad-Rikschas am Ende genau fuhren, will der 31-Jährige nicht preisgeben, doch eines ist für den Jungunternehmer klar: „Ich habe beobachtet, dass der Bedarf für das erweiterte Angebot da ist.“

Die vermeintliche Konkurrenzsituation hält Seegers für abwegig: „Die Taxifahrer, die ich kenne, verteilen sogar meine Flyer.“ Aus der Sylter Funktaxenzentrale kommt ebenfalls Enwarnung: „Ich sehe das relativ gelassen“, sagt Geschäftsführer Werner Mannheims, „wir haben die im letzten Jahr gar nicht gespürt“.

Noch sind die Pläne des Velotaxi-Unternehmens nicht gescheitert – als nächstes wird sich der Westerländer Ortsbeirat mit dem Thema befassen.


 

zur Startseite

von
erstellt am 15.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen