Kandidatur im fremden Wahlkreis : Bei Carstensen lief es besser

Auswärtsspiel: Der Nordfriese  Peter Harry Carstensen trat 2005 in Elmshorn an.  Foto:   dpa
Auswärtsspiel: Der Nordfriese Peter Harry Carstensen trat 2005 in Elmshorn an. Foto: dpa

Der ehemalige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen schaffte es über einen fremden Wahlkreis ins Amt. Der Nordfriese trat für Elmshorn an.

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18. August 2012, 10:03 Uhr

KieL | Der CDU-Landeschef brauchte dringend einen Wahlkreis. Zwar hatte er schon den ersten Listenplatz inne, doch für das angepeilte Amt wollte er auch ein Mandat im Parlament haben. Also suchte man im Landesverband und wurde fündig: Im Wahlkreis Elmshorn konnte Peter Harry Carstensen kandidieren.
Das war 2004, ein Jahr vor der Landtagswahl. Der damalige CDU-Landesvorsitzende und Nordfriese Carstensen schaffte seinerzeit ohne großes Getöse das, was sein zweiter Nachfolger Jost de Jager aus Eckernförde jetzt im Wahlkreis Flensburg-Schleswig unter lauten öffentlichen Missklängen und gegen eine Konkurrentin versuchen muss: in einem fremden Wahlkreis nominiert zu werden. Nur dass Carstensen von der Bundespolitik in den Landtag wechseln wollte - und de Jager umgekehrt von der Landespolitik in den Bundestag.
Ohne große Querelen
In seiner Heimat Nordfriesland mochte Spitzenkandidat Carstensen 2005 nicht antreten, da er für diesen Fall großen Ärger mit den etablierten Wahlkreis-Abgeordneten und der Basis befürchtete. Dagegen war in Elmshorn die CDU-Kandidatur verfügbar. Allerdings gab es auch hier lokale Interessenten - so wie jetzt in Schleswig die Anwältin Sabine Sütterlin-Waack. Intern gab es daher in Elmshorn durchaus Unmut. Doch letztlich war Carstensens Bewerbung vom damaligen Kreisvorstand um Christian von Boetticher und Ole Schröder so gut eingefädelt, dass sie ohne große Querelen über die Bühne ging: Carstensen wurde ohne Gegenkandidaten und mit 78 von 80 Stimmen nominiert.
Zwar verlor Carstensen dann bei der Wahl knapp gegen die SPD-Bewerberin Siegrid Tenor-Alschausky. Über Listenplatz eins kam er dennoch in den Landtag, wurde Ministerpräsident -und blieb es, bis er vor zwei Monaten von SPD-Mann Torsten Albig abgelöst wurde.

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