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Jubiläum auf Sylt : Beeindruckende Geburtstagsfeier in der Kampener Vogelkoje

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Fast 1000 Gäste feierten den „Tag der offenen Tür“ .

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2017 | 05:26 Uhr

„Schließen Sie die Augen und konzentrieren sich auf das, was Sie wahrnehmen“, bat Vogelkojen-Expertin Birgit Hussel die Teilnehmer ihrer Führungen durch die Kampener Vogelkoje am vergangenen Sonnabend. „Lärm!“, war unisono die Antwort der Gäste und das konnte nicht verwundern. Schon vor Beginn des „Tags der offenen Tür“ anlässlich des 250. Geburtstages des einzigartigen Naturschutzgebietes auf Sylt war Parkraum rares Gut. Den ganzen Tag über strömten die unterschiedlichsten Besucher in den „Sylter Dschungel“, um zusammen mit der Söl`ring Foriining zu feiern. Sven Lappoehn konnte als Geschäftsführer des Heimatvereins, der die Kampener Vogelkoje betreibt, nach Abschluss der Veranstaltung die stolze Zahl von fast 1000 Gästen bekannt geben. „Als die Vogelkoje noch in Betrieb war und hier jährlich über 28  000 Enten gefangen wurden, war im Umkreis von zwei Kilometern Lärm gesetzlich verboten“, erklärt Birgit Hussel ihren Zuhörern. Schließlich sollten die scheuen, vorbeiziehenden Wildenten zu einer erholsamen Pause auf dem Süßwassersee der Vogelkoje gelockt werden. Dass dort der schnelle Tod auf sie wartete und sie mit ihrem Fleisch und Federkleid zum Überleben der Insulaner beitrugen, durfte kein Geräusch verraten. Doch „Geräusche“ waren am Sonnabend unumgänglich. Mit einem vielfältigen Angebot ermöglichte die Söl’ring Foriining Einblicke in traditionelle und historische Bereiche: Auf dem Deich demonstrierte die Schleswiger Schäferin Uta Wree interessierten Gästen, wie man liebevoll mit Schafen umgeht und sie dabei schnell von ihrem Wollkleid befreit. Vor allem die kleinen Besucher wollten wissen, ob das Scheren für die Schafe so sei wie der eigene Friseurbesuch. Sie durften das frisch geschorene Woll-Flies anfassen und daran riechen, bevor Erika Jessen an ihrem Spinnrad zeigte, wie die Wolle weiterverarbeitet wird.

Die Schäferin Ute Wree aus Schleswig ist im Sommer mit elf Schlafen in der Vogelkoje zu Gast. Sie zeigte, wie die Schafe geschoren werden. Vor allem die Kinder waren von der Vorführung fasziniert.
Die Schäferin Ute Wree aus Schleswig ist im Sommer mit elf Schlafen in der Vogelkoje zu Gast. Sie zeigte, wie die Schafe geschoren werden. Vor allem die Kinder waren von der Vorführung fasziniert.

Großen Andrang gab es auch bei Schmied Hans, der die Kinder durch kräftiges Treten das Feuer anheizen ließ, um dann mit ihnen verschiedenen kleine Eisenteile zu schmieden: Messer mit runder oder scharfer Spitze, gebogenem oder geraden Griff waren der Renner. Gleich nebenan konnte bei Matthias Poppek gedrechselt werden. Auch hier machte der Eigenantrieb der Drechselanlage den Kindern mächtig Spaß, denn durch das Treten wurde das Drechseln erst möglich.

Neben Birgit Hussel führten weitere Mitglieder der Söl’ring Foriining wie Thomas Krambeer, Matthias Jacobsen und Elke Bürger die Gäste durch die Vogelkoje und erzählte von deren 250-Jährigen Geschichte. Die naturkundlichen und geschichtlichen Führungen wurden von den zahlreichen Gästen begeistert angenommen. „Wir wollten als regelmäßige Sylt-Urlauber schon immer in die Vogelkoje kommen“, erzählt Familie Müller-Metge aus Reinfeld bei Lübeck, „jetzt war der Tag der offenen Tür eine tolle Gelegenheit dazu. Vor allem unsere Söhne fanden es faszinierend zu erfahren, wie hier vor 250 Jahren Vögel gefangen wurden und die Führer haben das sehr feinfühlig erklärt. Wir hätte gar nicht gedacht, dass die Vogelkoje so spannend ist.“ Über diese Erkenntnis von Familie Müller-Metge freut sich Sven Lappoehn und hofft, dass es vielen Besuchern so ergangen ist, denn die Söl’ring Foriining hat nicht nur das Ziel Gäste der Vogelkoje mit Informationen rund um Flora und Fauna zu versorgen, sondern das Angebot beständig weiter zu entwickeln. Spezielle Erklärungen für Kinder und ein klares „Anfassen erlaubt“ machen den Besuch zu einem fesselnden Ausflug in die Sylter Geschichte. „Mit dem Tag der offenen Tür haben wir nicht nur das Vierteljahrhundert gebührend gefeiert, wir haben auch wirksame Öffentlichkeitsarbeit für den Naturschutz auf Sylt betrieben. Nur, wenn die Menschen die Gebiete kennen und wertschätzen, die wir betreuen, unterstützen sie uns bei unserer großteilig ehrenamtlichen Arbeit“ ist sich der unermüdliche Macher sicher. Wie groß die Unterstützung aus den Reihen des Vereins war, konnten die Gäste im lauschigen Café unter Bäumen spüren. Auch dort waren vor allem die ehrenamtlichen Mitglieder dabei, die nicht abreißende Schlange an großen und kleinen Besuchern nach der Erkundung der Vogelkoje mit einer Stärkung zu versorgen – mit der entsprechend fröhlichen Geräuschkulisse, die bei einem Tag der offenen Tür einfach nicht fehlen darf.




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