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Urlaubsstatistik : Bayern oder Berlin: Wen lockt Sylt am meisten?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Aus dem Pott, dem Ländle oder der Hauptstadt: Woher kommen die meisten Sylturlauber? Und was unterscheidet sie?

von
erstellt am 13.Aug.2015 | 05:29 Uhr

Wer in den Straßencafés in Westerland momentan ein wenig an den Nachbartischen lauscht, mag es durch die Dialekte erahnen: 15 von 16 Bundesländern haben momentan Sommerferien. Lediglich die Nordrhein-Westfalen sind mit der sommerlichen Entspannungszeit schon durch. Angesichts all der Bayern, Hamburger und Pfälzer auf der Insel stellen sich zwei Fragen: Aus welchen Bundesländern kommen die meisten Urlauber auf die Insel? Und: Gibt es – je nach regionaler Zugehörigkeit – unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse, die die Gäste mit Sylt verbinden?

Die erste Frage lässt sich mit einem Blick auf die Übernachtungszahlen der Gemeinde Sylt von 2014 schnell beantworten: Die meisten Übernachtungen auf Sylt werden von  Touristen aus Nordrhein-Westfalen gebucht.  Mit einem deutlichen Abstand folgen dann die Niedersachsen, die Schleswig-Holsteiner, die Hessen und die Baden-Württemberger. Beim Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS) erwartet man, dass sich in dieser Saison die Zahl der Bayern, die Sylt besuchen, erhöhen wird – in der Statistik von 2014 noch im oberen Mittelfeld. Laut Sprecherin Christine Kühn ist das auch auf die erfolgreiche Marketingkampagne der Insel in der Region Nürnberg zurück zu führen.

Offenbar (noch) keine großen Syltfans, und Schlusslicht der Statistik sind die Thüringer und Mecklenburg-Vorpommern. Allerdings lässt sich das wohl auch mit der recht geringen Einwohnerzahl dieser Bundesländer begründen. Auffällig ist außerdem: Wäre die Schweiz ein deutsches Bundesland, würde sie sich mit ihren fast 25  000 auf Sylt übernachtenden Gästen im Mittelfeld der Statistik wiederfinden.

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Dass die Eidgenossen die Insel zu schätzen gelernt haben, diese Erfahrung hat auch Gina Kotaranin aus der Keitumer Boutique Look gemacht – womit es zur Beantwortung der zweiten Frage geht: „Seit einigen Jahren kommen auffällig viele kaufkräftige Schweizer her, die sich hier richtig wohlfühlen“. Das merkt auch Rebekka Köstling aus dem Buchhaus Voss: „Das liegt vielleicht auch daran, dass selbst auf der Insel alles noch günstiger als in der Schweiz ist.“

Randy Hennig, Mitarbeiterin des Modegeschäft H.B. Jensen sagt, sie könne nicht unterscheiden, aus welchem (Bundes-) Land ihre Kunden kommen. Bei allen beobachte sie allerdings schlechtere Laune, sobald es regne: „Denn eigentlich wollen Syltgäste im Sommerurlaub gutes Wetter haben“, so die Verkäuferin. Das bestätigt auch Wiebke Brandt aus dem Keitumer Einrichtungsladen Bosedo. Sie beobachtet allerdings eine wechselnde Regentoleranz je nach Bundesland: „Vor allem Hamburger und andere Norddeutsche nehmen schlechteres Wetter lockerer, schließlich kennen sie es von zuhause.“ Der Niedersachse Timo Bögershausen (40) belegt diese These sofort: Den Braunschweiger, der mit seiner Familie momentan auf der Insel Urlaub macht, stört es überhaupt nicht, „dass es hier nicht so heiß und wetterbeständig ist wie im Süden – das macht doch den Charme der Insel aus“. Auch ISTS–Sprecherin Kühn ist überzeugt, dass gerade ein Sommer wie dieser, der sich im restlichen Deutschland sehr heiß gibt, neue Gäste auf die Insel locken könnte.

Geht es um bestimmte Charakteristiken einzelner Bundesland-Bürger, halten sich die Geschäftsleute eher bedeckt. Brandt kann lediglich feststellen, dass die Berliner aus ihrer Sicht zu den offensten Gästen gehören. Rebekka Köstling kann das bestätigen – und hat auf der Insel auch die berühmte Berliner Schnauze kennengelernt. Unsere Beispiel-Berliner – die Urlauberinnen Lydia Rupprecht und Sabrina Kurkowski, beide 16 – geben sich uns gegenüber dagegen eher ruhig und sprechen auch sofort das spezielle Sylt-Wetter an: Sie seien froh, hier nicht bei 40-Grad wie in Berlin zu schwitzen.

Astrid Lasz vom Lottoladen Voss hat eine Lieblings-Gästegruppe: Sie schwärmt von den Schwaben, die so ausgesprochen entspannt und freundlich seien. „Sie kommen her, weil sie hier einfach entspannen wollen“. Die Nordrhein-Westfalen dagegen hätten es tendenziell immer eher etwas eiliger. In einem sind sich die Sylter Geschäftsleute sicher einig: Egal, aus welchem Bundesland die Urlauber kommen - Hauptsache, sie fühlen sich hier wohl.

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