Ärger am Westerländer Strand : Baustelle steht vier Wochen still

Ein großer Teil des Westerländer Hauptstrands wurde eingezäunt, damit Bagger mit dem Freilegen der alten Ufermauer (im Hintergrund) beginnen können.
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Ein großer Teil des Westerländer Hauptstrands wurde eingezäunt, damit Bagger mit dem Freilegen der alten Ufermauer (im Hintergrund) beginnen können.

Heftige Kritik vom Sylter Kurdirektor Peter Douven.

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26. Juni 2020, 17:55 Uhr

Peter Douven ist stinksauer. Der Westerländer Kurdirektor ärgert sich über die große Baustelle an der Ufermauer. Als Touristen nach der Corona-Zwangspause endlich wieder nach Sylt durften, wurde nahezu zeitgleich ein 170 Meter langer Strandabschnitt gesperrt. Genau an der Stelle, wo unzählige Tagestouristen über die Promenade pilgern und die Nordsee sehen wollen. Das Ärgerliche: Vier Wochen passierte auf der Baustelle rein gar nichts.

Die Strandsperrung war lange geplant, der Landesbetrieb für Küstenschutz (LKN) verstärkt hier noch bis zum Jahr 2023 die Ufermauer auf einer Länge von 610 Metern. Unmittelbar vor die alte rote Ufermauer wird eine Stahlbetonwand aus Fertigteilen gesetzt. Im ersten Schritt wurde zwischen Mai und Oktober 2019 das 90 Meter lange, südlichere Teilstück vor dem Restaurant „Badezeit“ fertiggestellt. In diesem Jahr ist der Abschnitt zwischen dem Strandübergang Friedrichstraße und der Musikmuschel dran. Bis Oktober sollten die Arbeiten abgeschlossen sein.

Dass die Erneuerung der Ufermauer für den Küstenschutz wichtig ist, stellt auch der Chef des kommunalen Tourismusbetriebes ISTS nicht in Frage. „Wir freuen uns über diese Maßnahme, ganz klar – sie ist für die ganze Insel wichtig. Aber vier Wochen Stillstand auf der Baustelle hätten besser genutzt werden können“, sagt Peter Douven. „Wir hätten ein paar Strandkörbe aufstellen können – da hätten alle etwas davon gehabt.“ Gerade nach der coronabedingten Zwangspause komme es jetzt auf jede Erlösquelle an. „Das ist der wichtigste Strandabschnitt, den wir haben.“

Der Landesbetrieb Küstenschutz in Husum spricht von einer „geringfügigen Verzögerung“ bei den notwendigen Vorarbeiten. Derzeit werde die Ufermauer mit geeignetem Gerät durchbohrt, erläuterte Jorne Heinrich, der beim LKN zuständige Fachbereichsleiter für Küstenschutzanlagen. „Innerhalb der nächsten Wochen werden dann Verpressanker hergestellt, die die neue Mauer sichern werden, bevor die eigentliche Wand in Form von Fertigteilen gestellt wird.“ Nach derzeitigem Stand rechne er weiterhin mit einer Fertigstellung der Bauarbeiten im Oktober. Zu den Gründen für den wochenlangen Stillstand auf der Baustelle äußert sich das LKN nicht.

„Uns hat viel Kritik von Gästen erreicht, weil für jeden sichtbar war, dass sich so gut wie nichts tat an diesem stark frequentierten Strandabschnitt“, erklärte ISTS-Chef Peter Douven. Nach dem Bauzeitenplan, den der LKN dem ISTS zur Verfügung gestellt hat, sei die Baustelle um knappe zwei Monate im Verzug. Gründe seien auch dem ISTS nicht bekannt.

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