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Sylter Verkehr : Baustelle bleibt noch vier Wochen – jetzt fehlen die Ampeln

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Harsche Kritik an Baustellenmanagement / Landesbetrieb Straßenbau will Trift und Lorens-de-Hahn-Straße erst zum 7. Juli öffnen

Karl Max Hellner ist auf der Zinne: „Dreißig Minuten für den Weg von der Kjeirstraße in die Innenstadt, die Stadt ist total verstopft.“ Seit über einem Jahr wurde der 31. Mai 2017 als Schlusstermin für die Baustellen in Westerland genannt, doch eine Woche später hat sich an der Verkehrssituation immer noch nichts geändert. „Dabei wäre es so wichtig, dass der Trift wieder freigegeben wird“, erklärt der Vorsitzende der Sylter Unternehmer (SU).

Die Verbindung zwischen der Autoverladung und dem Drogeriemarkt Rossmann sei das Nadelöhr der Stadt. Die Straßenbauer hätten alle Energie in dieses Teilstück stecken müssen, sagt Hellner. Doch stattdessen gäbe es Tage, an denen dort überhaupt kein Bauarbeiter zu sehen ist. Alle Betroffenen hätten sich darauf eingestellt, dass die Straßensperrungen am Freitag vor Pfingsten beendet sind. „Deswegen haben wir auch keine Stauhelfer für die Pfingsttage eingesetzt.“ Doch die wichtige Sylter Nord-Süd-Achse ist nach wie vor gesperrt, am Trift fließt der Verkehr nur einspurig in eine Richtung.

Hellner zeigt Verständnis dafür, dass die Straßen für den Kanalbau aufgerissen werden mussten. Wofür er kein Verständnis hat, ist „mangelnde Kommunikation“. „Wenn man einen Termin nicht schafft, muss man das auch öffentlich mitteilen und die Gründe nennen.“

Bürgermeister Nikolas Häckel verweist auf die Pressemitteilung, die am Mittwoch letzter Woche aus dem Rathaus kam: „Straßenbauarbeiten im Endspurt“. Die Hauptarbeiten würden bis zum 2. Juni abgeschlossen – mit nur zwei Tagen Verzug. Doch für die Inselverwaltung war der Abschluss der Straßenbauarbeiten offenbar nicht gleichbedeutend mit der Beseitigung der Straßensperren. „Die zum Teil neuen Lichtsignalanlagen an der Landesstraße werden bis Ende Juni in Betrieb genommen, so dass ab diesem Zeitpunkt auch der Bahnweg wieder in beiden Richtungen befahrbar sein wird,“ hieß es in der Pressemitteilung weiter. „Die gemeindlichen Restarbeiten der erst später möglichen Verbreiterung des östlichen Geh- und Radweges werden bis Ende Juli abgeschlossen sein.“

Woran es genau liegt, erklärt ein Anruf beim Landesbetrieb Straßenbau in Flensburg: In dieser Woche werden die Verkehrsinseln aufgeklebt, die sogenannten Fahrbahnteiler. Doch die meiste Zeit nimmt die Installation der „Lichtsignalanlagen“ in Anspruch. Der L24-Abschnitt zwischen Seedeich über St. Nicolai und Bahnweg bis zur Kjeirstraße wird teilweise mit neuen Ampeln ausgestattet, die montiert und programmiert werden müssen. „Dann ist es wieder wie vorher“, verspricht Andreas Jürgensen von der Straßenbauabteilung des Landesbetriebes. Und er nennt einen neuen Termin zur Fertigstellung – den 7. Juli. Vorher könne die Straße nicht freigegeben werden, um die Fußgänger nicht zu gefährden.

Fünf Wochen länger als erwartet – Karl Max Hellner schüttelt den Kopf. „Es war für alle eine strapaziöse Zeit“, sagt der SU-Chef. „Wir haben uns schon öfter darauf gefreut, dass es bald vorbei ist – doch dann passierte nichts.“ Der neue Termin – für ihn „ein Schlag ins Kontor für alle Einwohner und Gäste.“

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erstellt am 08.Jun.2017 | 11:29 Uhr

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