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Waldschäden auf Sylt : Baum-Mikado wird aufgeräumt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach den Stürmen im Winter sah es wild in Sylts Wäldern aus. Mitarbeiter des Bauhofs haben noch täglich mit den Aufräumarbeiten zu tun.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Die Stürme Xaver und Christian bescherten dem Bauhof Sylt ordentlich Arbeit in den letzten Monaten. Bis zu 26 Mann waren mit Kettensägen, Hächsler und anderem Gerät täglich in Sylts Waldstücken im Einsatz, um aufzuräumen. Es galt umgefallene Bäume klein zu sägen, halb angekippte zu fällen oder wieder zurück zu drücken sowie Buschwerk und Geäst zu zerkleinern. Die Trupps sind zwar schon ein ordentliches Stück vorangekommen – unschwer zu erkennen an den vielen Stapeln Brennholz, die bereit zum Abtransport liegen – aber zu tun gibt es noch genug. „Wir werden wohl auf 1 000 Raummeter Holz kommen“, schätzt Nils Paulsen, Vorarbeiter im Grünflächenbereich des Bauhofs Sylt. In anderen Jahren waren es gerade mal ein paar 100 Raummeter. Im Norden der Gemeinde seien seine Kollegen schon so gut wie durch mit der Arbeit. Im Munkmark-Wäldchen bei Dikijen Deel allerdings muss das Holz noch rausgebracht und Buschwerk gehäckselt werden. Es werde immer wieder gefragt, ob ein Teil des Holzes nicht einfach liegen gelassen werden könne, so Paulsen. „Wenn wir das tun würden, hätten wir das Problem Borkenkäfer.“

Zirka 120 Hektar Wald gehören zur Gemeinde Sylt. Die übrigen 80 Hektar fallen in den Aufgabenbereich der anderen Inselgemeinden. Björn Christiansen, Leiter des Westerländer Bauhofs, bezeichnet die Schäden in den Wäldern als „für unsere Verhältnisse dramatisch.“ Im Vergleich aber zu den Kahlschlägen auf dem Festland sei die Insel glimpflich davon gekommen, bestätigt Dietmar Steenbuck, Förster für die Kreise Nordfriesland und Dithmarschen in der Unteren Forstbehörde. „Im ganzen Norden sind die Waldverluste enorm. Von zirka 9 000 Hektar Waldfläche in Nordfriesland, sind jetzt geschätzt 800 bis 1000 Hektar Kahlfläche.“ Das bedeute einen Verlust von rund zehn Prozent.

Für Sylt gibt es noch keine allgemeine Schätzung der entstandenen Schäden. Laut Aussage von Nils Paulsen hat in der Gemeinde Sylt das Munkmark-Wäldchen am meisten abbekommen. Ein Drittel Verlust sei dort zu verzeichnen, während er die Schäden im Süd- und Nordwäldchen sowie im Friedrichshain auf etwa fünf Prozent beziffert.

Walter Rahtkens, zuständiger Bezirksförster bei der Landwirtschaftskammer, erklärt, dass der Orkan Anatol vor 15 Jahren mehr Schäden auf der Insel verursacht hat, als Xaver und Christian jetzt. Weder Rathkens noch Dietmar Steenbuck haben es bislang geschafft, nach Sylt zu kommen, um sich vor Ort ein Bild vom Zustand der Wälder zu machen. Ein Termin nach dem anderen auf dem Festland binde ihre Arbeitskraft noch dort. Sylt stehe jetzt aber ganz oben auf der Terminliste.

Die Insel-Wälder haben, anders als auf dem Festland, eher eine Erholungsfunktion. Die Holzproduktion steht nicht im Vordergrund. Da aber nun so viel mehr Holz angefallen ist als sonst, bittet Nils Paulsen Brennholz-Interessierte, sich bei ihm im Bauhof Sylt zu melden, Tel. 0 46 51-851-662. Es ist noch einiges Holz zu erwerben.

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