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Sylter Briefmarke : Bauer Runkels Rinder und der Kampener Leuchtturm

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Am 7. Juli erscheint eine neue Sondermarke der Post mit dem Motiv des Kampener Leuchtfeuers. Auflage: rund fünf Millionen Exemplare.

Schöne Überraschung für die Gemeinde Kampen: Eine neue Sondermarke der Post zeigt den Leuchtturm Rotes Kliff. „Ein tolles Motiv“, freut sich Bürgermeisterin Steffi Böhm. Dabei kam die Mitteilung von der Post aus heiterem Himmel: „Wir haben darauf null Einfluss gehabt.“

Das Motiv – Briefmarkenidylle unter blauen Cumulus-Wolken: Der Kampener Leuchtturm mit dem prägnanten schwarzen Mittelstreifen, umringt von weißen Nachbargebäuden mit schwarzen Dächern und schwarzen Rindern mit weißen Mittelstreifen auf saftig grüner Weide. Die zotteligen Rinder mit der originellen Zeichnung gehören Bauer Jörg Runkel. Am Braderuper Weg, auf einem Bauernhof zwischen Braderup und Kampen, betreiben er und seine Frau Anette seit zwanzig Jahren die Zucht von „Belted Galloways“. Auf der Briefmarke sind nur Kühe und Kälber zu sehen – die Bullen stehen quasi hinter dem Fotografen, auf einem eingezäunten Feld, und werden durch einen Feldweg auf Abstand von den weiblichen Tieren gehalten.

Briefmarken mit Leuchtturm-Motiven gehören bei Postkunden zu den beliebtesten Postwertzeichen, weiß Dieter Stephan vom Post-Fachbereich Philatelie zu berichten. Am 8. Juli 2004 wurde die Serie erstmals aufgelegt, mit einem Bild vom Leuchtturm Roter Sand in der Außenweser. Sagenhafte 536 Millionen Exemplare sollen davon gedruckt worden sein. Vom Kampener Leuchtturm, schätzt Briefmarken-Experte Dieter Stephan, dürften es zunächst fünf bis sechs Millionen Stück sein. 70 Cent beträgt der aufgedruckte Wert, seit Jahresbeginn der Tarif für einen Standardbrief bis 20 Gramm Gewicht.

Die Leuchtturm-Serie war ursprünglich nur für fünf Jahre geplant und sollte eigentlich 2009 auslaufen. Doch angesichts der großen Beliebtheit erscheint bis heute zweimal jährlich ein neues Motiv, eines zum Postkarten- und eines zum Brieftarif. Das Pendant zur Kampen-Marke zeigt den Leuchtturm Staberhuk im Südosten der Insel Fehmarn. Die Vorlagen für die Briefmarken liefert dabei stets der Hamburger Fotograf Reinhard Scheiblich, von dem mehrere Bildbände mit Leuchttürmen erschienen sind. Scheiblich fotografiert die Leuchttürme immer nur im Juni, damit der Lichteinfall auf allen Briefmarken identisch ist. Für die Gestaltung sorgt dann der Dortmunder Design-Professor Johannes Graf am Computer.

Doch das Kampener Leuchtfeuer ist nicht der erste Sylter Leuchtturm, der es auf eine Briefmarke geschafft hat. Am 12. Juli 2007 ist schon eine 55-Cent-Marke mit dem rotweiß-gestreiften Hörnumer Leuchtturm erschienen. Zunächst in einer Auflage von 8,3 Millionen Stück, ein Jahr später nochmal in einem selbstklebenden Markenset ganze 216,5 Millionen Mal.

Doch was fasziniert die Menschen ausgerechnet an Leuchttürmen? „Es ist der Gedanke an die Küste, an das Meer und an die frische Seeluft“, glaubt Dieter Stephan. Dabei war der Ideengeber für die Leuchtturm-Serie nicht etwa ein küstenverliebter Postbeamter. „Seit der Privatisierung der Deutschen Post entscheidet das Bundesfinanzministerium über Briefmarkenmotive“, erläutert der Philatelie-Experte. Und die Idee für die Leuchttürme hätten die damalige SPD-Staatssekretärin Barbara Hendricks und ihr Parteifreund, der in Hamburg geborene Peer Steinbrück, damals auf den Weg gebracht.

Erster Verkaufstag für die neue Sylter Briefmarke ist der Leuchtturmtag in Kampen am Donnerstag, 7. Juli. Von 10 bis 17 Uhr verkauft die Post ihre jüngste Kreation auf einem Sonderstand am Leuchtturm. Für Briefmarkensammler gibt es dort noch einen eigens für den Leuchtturmtag angefertigten Sonderstempel und einen Sonderbrief.

Das „Leuchtfeuer Rotes Kliff“ ist übrigens der älteste Sylter Leuchtturm und steht auf dem höchstgelegenen Punkt der Insel. Als er am 1. März 1856 in Dienst gestellt wurde, gehörte Sylt noch zum Königreich Dänemark.

Wer nicht zum Leuchtturmtag nach Kampen kommt, erhält den Stempel auch noch am 8. Juli von 9.30 bis 17.30 Uhr in der Westerländer Post. Die Marke gibt es dann natürlich in allen Postfilialen – solange der Vorrat reicht.

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