zur Navigation springen

Wohnungsbau AUF SYLT : Bauen im Ort, Planung im Norden

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bezahlbarer Dauerwohnraum ist auch in Hörnum rar / In naher Zukunft entstehen über 30 neue Wohnungen, mehr geht erstmal nicht

Noch im September soll Richtfest sein in der Hörnumer Strandstraße 1b. Hinter dem Edeka-Parkplatz laufen die Bauarbeiten für einen Wohngebäudekomplex derzeit auf Hochtouren. „Insgesamt neun Dauerwohnungen werden dort entstehen“, sagt Bürgermeister Rolf Speth, „mit für Sylter Verhältnisse durchaus akzeptablen Nettokaltmieten von 5,50 Euro bis maximal acht Euro je Quadratmeter.“ Finanziert wird das zirka 1,9 Millionen teure Wohnungsbauprojekt überwiegend aus Landesmitteln zu zinsgünstigen 0,5 Prozent in den ersten drei Jahren. „Das Belegungsrecht für die Wohnungen liegt jedoch ausschließlich in unserer Hand“, freut sich Bürgermeister Speth. „Zwei Wohnungen müssen dann zwar an Landesbedienstete vermietet werden, aber ich denke, das geht wegen der großzügigen Unterstützung aus Kiel völlig in Ordnung.“

Und es soll noch mehr gebaut werden im Inselsüden: bis zu 160 Wohnungen könnten entstehen, falls das gesamte Potenzial des Wohnraum-Entwicklungskonzeptes Sylt tatsächlich ausgeschöpft wird. „Allerdings nicht in der Ortslage selbst“, betont Rolf Speth. „Dort gibt es einfach zu wenig geeignete und vor allem so gut wie keinerlei finanzierbare Grundstücke.“ In Gemeindebesitz befinden sich nur drei geeignete Areale. Über eines davon, eine längliche Fläche an der Rantumer Straße gegenüber der Arche Wattenmeer und dem Hapimag-Hotelkomplex, beraten die Gemeindevertreter bereits am kommenden Montag. „Das Projekt könnte dann schnell in die Ausschreibung gehen und relativ kurzfristig in den nächsten Jahren umgesetzt werden“, erläutert der Hörnumer Bürgermeister. Möglich seien dort 20 bis 25 Wohneinheiten; die Gestaltung könne, müsse sich aber nicht zwingend an den bunten Holzhäusern nördlich des Berliner Rings orientieren. Ob dort Mietwohnungen gebaut oder Erbbaurechte geschaffen werden oder eine Mischform aus beidem, sei noch unklar. „Im Falle Erbbau würde vielleicht alles etwas teurer, etwas mondäner,“ so Speth. „Auf jeden Fall haben wir aber auch dort als Kommune das Belegungsrecht.“

In der Schulstraße, nicht weit von dieser Baufläche entfernt, befindet sich ein zweites gemeinde-eigenes Areal, auf dem ebenfalls bis zu 25 Wohnungen entstehen könnten – allerdings erst in den Jahren 2022 bis 2025. Aufgrund von Nachzahlungen an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) müsse die Gemeinde noch mindestens sieben Jahre abwarten, bis konkrete Schritte möglich seien. Als dritte und letzte kommunale Fläche für den Wohnungsbau käme das Grundstück der alten Grundschule in Frage. Aber die Gemeinde werde wegen „der exponierten Lage dieser hochwertigen Fläche“ eher darauf verzichten und für eine Sondernutzung eventuell einen Ideenwettbewerb ausschreiben, so Speth.

Zusammengerechnet können im Ortskern also höchstens 50 bis 60 Dauerwohnungen entstehen. Deshalb hat die Gemeinde die AC-Planergruppe aus Itzehoe beauftragt, ein Konzeptschema Hörnum-Nord zu entwickeln. „Alles, was da drin steht, ist aber noch Zukunftsmusik“, betont Bürgermeister Speth. „Es sind erste Vorschläge, wie und wo wir die weiteren 100 Wohnungen bauen könnten.“ Zwangsläufig ginge der Blick nach Norden, wo sich Schullandheime, Jugendherberge, Sportflächen und auch das JAW-Gebäude befinden, in dem zuletzt die Sylter Werkstätten untergebracht waren. Laut Konzept des Stadtplaners Martin Stepany drohen auf dem Areal schleichende Funktionsverluste von Teilen der Bebauung sowie die Gefahr weiteren Leerstands. Auch sei die Auslastung der Jugendeinrichtungen rückläufig. Aber bevor irgendwo dort konkreter an Neubauvorhaben gearbeitet werden kann, müssten Gespräche mit der Landesplanung, mit der Bima sowie mit weiteren Grundstücks- und Gebäudeeigentümern geführt werden – „und überhaupt ist noch gar nicht klar, ob in Hörnum tatsächlich der Bedarf an so vielen Wohnungen besteht“, sagt Rolf Speth.

zur Startseite

von
erstellt am 06.Sep.2014 | 05:58 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen