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Inselsturm am 2. Weihnachtstag : „Barbara“ lässt Lufthansa durchstarten

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sturmtief bringt Flugverkehr und Autozüge nach Sylt durcheinander. Feuerwehren sichern Weihnachtsbeleuchtung, Zäune und Baustellen

Eine stürmische Nacht liegt hinter der Insel. Gestern Morgen begannen die Bestandsaufnahme – wo hat Sturmtief „Barbara“ Schäden verursacht? – und das große Aufräumen. Die Bilanz fiel durchweg undramatisch aus. Die Sturmböen verursachten nur geringe Schäden. Anders als in Westensee (Krs. Rendsburg-Eckernförde), wo es zu einem tödlichen Unfall kam (Bericht Seite 5).

Besonders betroffen war der An- und Abreiseverkehr über den Hindenburgdamm. Bei Sturmböen mit Windstärke 11 mussten die Autozüge gegen 18 Uhr den Betrieb einstellen. Ab Niebüll fuhr der letzte Syltshuttle der Deutschen Bahn um 17.46 Uhr, ab Westerland um 17.10 Uhr. Der letzte RDC-Autozug hat Sylt um 17.55 Uhr verlassen. Die Personenzüge der Regionalbahn Schleswig-Holstein waren von dem sturmbedingten Ausfall nicht betroffen. Gestern Morgen bei Betriebsbeginn herrschte immer noch Windstärke 10 auf dem Hindenburgdamm. Ein Lkw konnte daher erst gegen 7.30 Uhr befördert werden, berichtete die Presseabteilung der Deutschen Bahn. Seitdem lief der Verkehr reibungslos – wenn auch mit Wartezeiten für den starken Anreiseverkehr, der sich vor dem Niebüller Terminal zeitweise zurück bis auf die Bundesstraße 5 staute.

Eine „sehr hohe Auslastung“ meldete Geschäftsführerin Birte Dettmers von der Syltfähre. Das Schiff konnte am Montag unbeeindruckt vom Wellengang sieben Mal zwischen Röm und Sylt verkehren. Allerdings war der Anleger auf dänischer Seite in Havneby etwas überschwemmt – die Autos mussten langsam durchfahren. Allein 50 Wohnmobile seien mit der Syltfähre angereist. Einen starken Abreiseverkehr erwartet Birte Dettmers für den 2. Januar. Die Syltfähre fährt dann neun Mal nach Röm und zurück, aber bis auf die erste Verbindung um 6.00 Uhr und die letzte Verbindung um 19.25 Uhr ab List/Sylt seien bereits alle Fähren ausgebucht.

Eine Ehrenrunde über Sylt drehen mussten 90 Passagiere einer vollbesetzten Lufthansa-Regional-Maschine, die am Montag gegen 18 Uhr zur Landung auf dem Tinnumer Airport ansetzte. Den ersten Landeanflug mussten die Piloten von LH2184 sturmbedingt abbrechen und durchstarten – beim zweiten Anflug ging dann alles glatt. Mit etwas Verspätung konnte die Bombardier CRJ900 gegen 18.45 Uhr wieder den Rückflug nach München antreten. Die beiden anderen Flugverbindungen am Montag Nachmittag von und nach Düsseldorf und Frankfurt konnten planmäßig abgewickelt werden, berichtete Clemens Fricke vom Flughafen Sylt. Gestern ging der Betrieb mit zwei Flugzeugen aus Düsseldorf und Frankfurt ohne Beeinträchtigungen über die Landebahn.

Von allen Feuerwehren der Insel war insbesondere die Sylter Gemeindewehr gefordert: Sowohl an Heiligabend als auch am 2. Weihnachtstag mussten die Einsatzwagen zur „Neuen Mitte“ ins Westerländer Zentrum ausrücken. An dem Neubau hatten sich Teile des Daches und der Balkonbrüstung gelöst, die herabzufallen drohten. Mit Sandsäcken sicherten die Einsatzkräfte das Dach ab. „Die Feuerwehr hat einen sehr, sehr guten Job gemacht“, bedankte sich gestern Madeleine Beil vom Projektentwickler DC Developments aus Hamburg. Das Objekt sei „jetzt optimal gesichert“, alle Wohnungseigentümer seien telefonisch über die Schäden informiert worden. Nun sollen die Ursachen ermittelt werden.

Im Westerländer Zentrum – in der Friedrichstraße, der Andreas-Dirks-Straße und der Strandstraße – mussten die Feuerwehrleute am Montag die Weihnachtsbeleuchtung sichern oder abmontieren. In der Nacht zum Dienstag war die Feuerwehr nochmal gegen 1.30 Uhr im Einsatz, um einen Gartenzaun in der Straße Am Seedeich einzufangen. „Alles verlief glimpflich“, zog Ortswehrführer Jörg Elias gestern Bilanz.

Eine Baustelle beschäftigte am Montag Nachmittag auch die Kollegen der Lister Feuerwehr. Am Neubau „Lister Markt“ hatten sich Teile gelöst, die abgebaut oder festgezurrt werden mussten, berichtete Wehrführer Andreas Fließ – „kurz und schmerzlos“.

Sturmtief „Barbara“ dürfte den Syltern und den Gästen noch lange in Erinnerung bleiben – nicht zuletzt, weil das traditionelle Weihnachtsbaden abgesagt werden musste. Seit gestern sorgt nun Hoch „Yörn“ für ruhigeres, aber auch kühleres Wetter. In den Morgenstunden warnt der Deutsche Wetterdienst vor Glatteis. Und wer unbedingt in der Nordsee baden möchte, kann ja am Sonntag in Wenningstedt am Neujahrsbaden teilnehmen ...

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erstellt am 28.Dez.2016 | 00:15 Uhr

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