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Lister Kultkneipe : Bambus-Bar auf Sylt: Wolfgang ist tot

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Er führte das Lebenswerk seines Bruders zwei Jahre weiter. Aber jetzt ist auch Wolfgang Gdaniez, der Betreiber der Kult-Bar in List, gestorben.

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erstellt am 24.Okt.2014 | 05:11 Uhr

List | Eigentlich wollte er die Bambus–Bar noch eine Saison weiter führen, wollte, dass die kultige Bushaltestelle in der Lister Dünenlandschaft genau 30 Jahre lang besteht. Doch nun ist Wolfgang Gdanietz am vergangenen Wochenende in Essen verstorben.

Gdanietz war der große Bruder des vor knapp zwei Jahren verstorbenen Bambus-Klaus, er hatte Klaus damals am Sterbebett versprochen, die Bambus-Bar in seinem Sinne weiter zu führen. Zwei Saisons hintereinander hat der Grafikdesigner dieses Versprechen gemeinsam mit seiner Frau Elli halten können. Doch vor ein paar Monaten habe er gemerkt, dass er krank sei, sagt Elli. Wie Klaus starb Wolfgang an Lungenkrebs. „Auch, nachdem er gemerkt hat, dass er diese Symptome entwickelt, ist er auf Sylt geblieben, hat die Saison zu Ende gebracht und die Bambus-Bar verrammelt und abgeschlossen“, erzählt seine Frau.

Zurück in Essen stellten die Ärzte Mitte September die Diagnose: „Das erste, was Wolfgang gefragt hat, war: Schaffe ich noch eine Saison Bambus?“, erinnert sich seine Frau.

Den letzten Bambus-Sommer konnte der 59-Jährige nun nicht mehr erleben. Auch wenn es ihm zuerst schwer fiel, das Lebenswerk seines verstorbenen Bruders weiter zu führen, hat der nachdenkliche, hilfsbereite Mann mit der grauen Haarmähne die Bar und ihre Gäste in den vergangenen Sommern immer stärker schätzen gelernt. Als „Immer-Ort“ bezeichnete er die Bambus–Bar, als eine der Stellen der Insel, auf der sich die Dinge nicht mit der Mode ändern. Ein kleiner Punkt, der einen bunten, entspannenden Rückzugsort vor dem manchmal so trubeligen Sylt-Lifestyle bieten sollte.

Zu Sylt hatte das Ehepaar Gdanietz immer ein enges Verhältnis, Wolfgang Gdanietz hatte die Bushaltestelle am Meer damals vor 29 Jahren mit Klaus gemeinsam eingerichtet. Bis zu Klaus’ Tod ist das Ehepaar regelmäßig zu Besuch gekommen, haben in der Bambus-Bar mitgeholfen. Wer Wolfgang Gdanietz in den vergangenen Sommern als Betreiber der Bambus-Bar kennenlernte, traf auf einen besonnenen, freundlichen Typen, der nicht der Typ für Großveranstaltungen oder zu viele Worte war. Einer, der auf Sylt etwas gefunden hatte, was es für ihn zu bewahren galt. Und der sich bis zu seinem Ende dafür eingesetzt hat.

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