Feuerwehreinsatz auf Sylt : Balkonbrand in der Westerländer Innenstadt

Der Balkonbrand in der Stephanstraße konnte schnell gelöscht werden.
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Der Balkonbrand in der Stephanstraße konnte schnell gelöscht werden.

Einsatzkräfte waren rechtzeitig vor Ort, doch ihnen machte die Sommerhitze zu schaffen.

shz.de von
06. Juli 2015, 05:30 Uhr

Von kurzen Hosen und Sandalen in die Schutzkleidung – man könnte meinen, das sei Routine für einen Feuerwehrmann. Am Sonnabend-Nachmittag sollte aber genau dies für die Kameraden der Feuerwehr Westerland zu einer großen Herausforderung werden. Gegen 16 Uhr meldete die Leitstelle einen „Brand mit Menschenleben in Gefahr“, Einsatzort Stephanstraße 5. Als Wehrführer Jörg Elias bei der Anfahrt schon von weitem eine große schwarze Rauchwolke sah, löste er sofort Vollalarm für alle Einsatzgruppen aus: „Es hieß, Personen in Gefahr und die Lage war schwer einzuschätzen“, sagte Elias.

Im Dachbereich loderten bereits offene Flammen, deren Bekämpfung die Einsatzkräfte sowohl von der Stephanstraße als auch von der Rückseite des Hauses angingen. Damit der Teleskop-Gelenkmast nah genug am Brandort aufgestellt werden konnte, mussten zunächst Äste eines großen Baumes abgesägt werden. „Glücklicherweise befanden sich doch keine Personen im Appartement, so konnten wir uns voll auf den Löschangriff konzentrieren", berichtete Elias. Die Bewohnerin, die erst während des Einsatzes eintraf, konnte ihre Wohnung später wieder beziehen, weil der Brand auf den Balkon beschränkt blieb und keine schädlichen Stoffe gemessen wurden.

Insgesamt waren rund 70 Einsatzkräfte vor Ort, einschließlich Polizei und DRK. Die Sanitäter mussten zweimal eingreifen, denn Feuerwehrmänner litten unter einer gefährlichen Austrocknung des Körpers. Die physische Anstrengung in der dicken Einsatzschutzkleidung bei den extrem hohen Außentemperaturen bedeutete für alle eine enorme Belastung. „Da kannst du gar nicht genug trinken, so doll, wie wir schwitzen“, betonte eine junge Feuerwehrfrau.

Der Brand ging offenbar von den Balken unter dem Dach aus. Um eventuelle Glutnester aufzudecken, wurden diverse Dachpfannen aufgenommen und das Umfeld mit der Wärmebildkamera kontrolliert. Die Frage nach der genauen Brandursache beantwortete ein erschöpfter Jörg Elias trotz allem mit humorvollem Unterton: „Dort stand kein Grill mit Glut, auch Blitzschlag oder Tsunami können wir mit Sicherheit ausschließen. Mehr kann ich dazu nicht sagen, alles andere wäre Spekulation“.

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