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Strecke Westerland-Niebüll : Bahnsinn zu Ostern

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Was passiert bei der Oster-Anreise in Sachen Autozug? Da Bahnkonkurrent RDC noch immer nicht genau sagt, wann seine ersten Züge rollen, könnte der Insel in rund zwei Wochen der Sylter Bahnsinn drohen.

Der Sylter Bahnsinn beschäftigt nach wie vor die Gemüter und die Politik. Jetzt haben sich auch der Sylter CDU-Bundestagsabgeordnet Ingbert Liebing und der CDU-Landtagsabgeordnete und Verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion, Hans-Jörg Arp, um Klärung im Wirrwarr der Autozugverbindung von und nach Sylt bemüht. Arp hatte deshalb um ein Gespräch mit dem amerikanischen Autozuganbieter Railroad Development Corporation Deutschland (RDC) gebeten, um zu erfahren, wie denn deren Einsätze um Ostern geplant sind. Dabei stellte sich heraus, dass RDC an wenigen ausgewählten Tagen (21.03. – 24.03.) sieben Verbindungen (Trassen) fahren will. Allerdings finden diese Fahrten nur zu Schulungszwecken statt. Wie Carsten Carstensen, RDC-Geschäftsführer, auf Nachfrage erläutert, soll dann auf der Strecke lediglich das Wagenmaterial gecheckt und die Rampen erprobt werden. Autos oder Personen werden bei diesen Fahrten nicht transportiert – die Züge fahren dann also leer.

Da die Eisenbahngesellschaft aber insgesamt 11 Trassen von der Bundesnetzagentur zugesprochen bekommen hat, bleiben vier Verbindungen ungenutzt. Die liegen allerdings in den Zeiten (20:35/22:05 Uhr), die vor allem zu den Ferien stark genutzt werden. In einem Schreiben an den Abgeordneten Arp gibt RDC zudem an, dass sie diese vier Trassen auch weiterhin nicht nutzen werden. Im Bahndeutsch heißt diese Nichtnutzung die „Trassen werden ausgelegt“. Das ist dann das Gegenteil von belegt.

Für die Zeit bis zum Sommer kündigt RDC an, vom 29.03. – 12.06. „wieder sieben Trassen zu belegen, der Rest ist ausgelegt“. Um die nicht genutzten Trassen könnte sich theoretisch der Syltshuttle bemühen. RDC merkt in dem Schreiben an Arp an, dass „rund um Weihnachten die von uns freigegebenen Trassen von der DB kaum genutzt“ wurden. Ingbert Liebing hat sich darüber mit der Deutschen Bahn unterhalten. Dort heißt es nach Auskunft des CDU-Abgeordneten, dass die Nachricht über freie Trassen bisher entweder von RDC gar nicht oder so spät vermittelt wurden, dass es logistisch nicht mehr möglich war, die freien Verbindungszeiten zu fahren. „Mit der jetzt erfolgten Information kann DB-Autozug rechtzeitig dafür sorgen, dass durch nicht bediente RDC-Trassen kein zusätzlicher An- und Abreisestau im Oster-Reiseverkehr entsteht“, so Liebing.

Ob tatsächlich die Staus vermieden werden, ist ebenso ungewiss wie der endgültige Start des RDC-Autozugs. „Wir wollen Mitte April starten“, lässt Carsten Carstensen wissen, ohne sich auf einen genauen Termin festlegen zu wollen. Zwar seien gerade die Zulassungen für die Wagen von RDC erfolgt, aber jetzt müssen die Probefahrten zeigen, wie die Rampen angefahren werden können und ob die Abstände zwischen Waggons und Rampen passen.

Wenn die Testfahrten befriedigend verlaufen, will RDC mit „zwei ganzen Zügen“ fahren. Das wären dann insgesamt 70 Wagen. Wer die RDC-Züge nutzen will, muss allerdings sein Ticket online buchen. „Die Bahn weigert sich über eine gemeinsame Anerkennung der Fahrscheine zu verhandeln“, behauptet Carstensen. Und so wird der Sylter Bahnsinn weiter genügend Stoff zum Kopfschüttel bieten.

 

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erstellt am 11.Mär.2016 | 06:57 Uhr

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