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Dienstverweigerung : Bahnschranken geschlossen - Autoverkehr rollte trotzdem

vom

Sie erhoben sich einfach nicht. Heute morgen verweigerten die Schranken des Bahnübergangs an der Keitumer Umgehungsstraße ihren Dienst. Zwischen 9 und 12 Uhr ließen sie sich wegen eines Defekts in der Hydraulik und anschließenden Reparaturarbeiten nicht öffnen.

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2009 | 07:07 Uhr

Keitum | Wie? Er soll einfach über die Schienen fahren? Aber die Schranken sind doch zu!

Gestern Morgen konnte man den Autofahrern, die in Keitum den Bahnübergang passieren wollten, das Unbehagen förmlich ansehen: Die Schranken waren geschlossen, die Lampen an den Andreas-Kreuzen leuchteten rot - und auf den Gleisen stand ein Mann in orangefarbender Warnweste und forderte sie mit Handzeichen und einer Fahne auf, trotzdem Gas zu geben.
Bundespolizei regelte Verkehr

Auslöser der Verwirrung war ein Defekt an der Hydraulik der Schrankenanlage. Eine Bahnsprecherin: "Gegen 9 Uhr bekam unser Fahrdienstleiter im Keitumer Bahnhof die Fehlermeldung, nach der sich die Schranken nicht mehr öffneten." Ein Mitarbeiter habe dann die Ursache des Defekts ermittelt, einen Techniker auf dem Festland benachrichtigt und die Regelung des Verkehrs übernommen.

Zwei Beamte der Bundespolizei rückten zu seiner Unterstützung an und ihnen fiel es sichtlich leichter, die Autofahrer immer nach den Zugquerungen vom langsamen Umfahren der Schranken zu überzeugen.

Rund drei Stunden, von 9 Uhr bis Mittags, wurde der Verkehr so gestern abwechselnd in Richtung Ost und West über die Gleise geführt.
Auto-Schranken nicht defekt

Währenddessen kam ein Techniker mit dem benötigten Ersatzteil auf die Insel. Die Bahnsprecherin: "Weil das Problem eigentlich nur die Schranken des Fuß- und Radweges betraf, hätte der Techniker die Auto-Schranken da eigentlich schon wieder öffnen können. Unsere Leute haben aber darauf verzichtet, weil die Reparatur so schneller ging."

Gleichzeitig weist die Bahn darauf hin, dass das Umfahren der Schranken lebensgefährlich und generell nicht erlaubt sei. Nur in Ausnahmefällen wie eben einem technischen Defekt dürften Schranken unter Anleitung von Sicherheitskräften des Unternehmens umfahren werden. Die Bahnsprecherin: "Wer bemerkt, dass an einem Bahnübergang eine Störung vorliegt, sollte unbedingt die Polizei verständigen und nicht eigenmächtig handeln."

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