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Neuer Fahrplan von RDC und Sylt Shuttle : Bahn-Chaos: Sylt-Pendler proben den Aufstand gegen die Autozüge

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

4000 Arbeitnehmer fahren täglich auf die Insel – und leiden unter dem neuen Fahrplan der Autozüge. Jetzt organisieren sie Protest.

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erstellt am 06.Feb.2016 | 06:30 Uhr

Den Sylt-Pendlern platzt die Hutschnur: Weil sie beklagen, dass sich die Züge auf die Urlaubsinsel in den vergangenen Wochen vermehrt verspäten, wollen sie nun gegen das Chaos auf der Bahnstrecke protestieren.

Für die Insel wäre das Bahn-Chaos gerade während der Saison fatal. Kommen die 4000 Pendler nicht zur Arbeit, stehen Restaurants ohne Kellner, Geschäfte ohne Verkäufer und Schulen ohne Lehrer da. Auf der Insel ist die Problematik bekannt – Sylts Bürgermeister Nikolas Häckel ermunterte seine Insulaner kürzlich sogar dazu, mit Menschenketten oder Demos gegen das „Bahn-Chaos“ zu protestieren.

Hintergrund des Ärgers: Seit Mitte Dezember fahren deutlich mehr Autozüge der Deutschen Bahn auf der teils eingleisigen Strecke. An sie werden zudem neuerdings Personenwagen aufwendig an- und abgekuppelt – das kann dafür sorgen, dass die Nahverkehrszüge der Nord-Ostsee-Bahn häufiger warten müssen (wir berichteten). Diese Verspätungen haben auch Auswirkungen auf die ganze Westküstenstrecke bis nach Hamburg. Die Angst der Pendler und ihrer Arbeitgeber: Wenn im Frühjahr Bahn-Konkurrent RDC auch noch seine Autozüge über den Damm rollen lässt, bricht das System vollends zusammen.

Die langjährigen Pendler Achim Bonnichsen und Oke August wollen das „Bahn-Chaos“ nicht tatenlos abwarten.
Die langjährigen Pendler Achim Bonnichsen und Oke August wollen das „Bahn-Chaos“ nicht tatenlos abwarten. Foto: Reußner

Die Pendler fühlen sich mit dieser Problematik alleine gelassen. Das soll sich nun ändern. Die beiden langjährigen Pendler Achim Bonnichsen und Oke August haben die Facebookgruppe „NOB Pendler Husum-Westerland“ gegründet, in der sich mittlerweile über 1600 Mitglieder organisieren. Ihr erstes Ziel ist es, diese Gruppe unter den Pendlern durch Flugblätter noch bekannter zu machen: „Damit wir endlich ernst genommen werden“, so Bonnichsen. Danach sind weitere Protestaktionen geplant. „Wir wollen dabei aber im Rahmen des legalen bleiben“, versichern die beiden.

Die Pendler organisieren sich via Facebook.
Die Pendler organisieren sich via Facebook. Foto: Thomas Heyse
 

Den Rückhalt der Insel haben die wütenden Pendler. Sylts Bürgervorsteher Peter Schnittgard bedauert es, dass der Kampf um den Hindenburgdamm auf ihrem Rücken ausgetragen wird: „Ich leide mit den Pendlern.“ Und auch die Nord-Ostsee-Bahn lässt über einen Sprecher mitteilen, man verstehe den „Unmut“. Schuld an der Misere gibt das Unternehmen der DB Netz AG, die als Vergabeinstanz für das drohende Chaos verantwortlich ist. 

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