zur Navigation springen

Baustellen auf Sylt : Baggern in den Rantumer Dünen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Anwohner Rantums befürchten, dass aktuelle Bauprojekte ihre Naturlandschaft zu sehr zerstören.

Stützwände, die sich auf Baustellen meterhoch in die Dünen schneiden und ein idyllischer Dünenweg, der zur Straße ausgebaut werden soll: In Rantum fürchten Anwohner um ihre Naturlandschaft. Weshalb dort so gebaut werden kann, wie es momentan geschieht, erklärt das Sylter Bauamt.

Grund für die Aufregung ist unter anderem ein kleiner Trampelpfad südlich des Dünem Wais (siehe oberes Foto). Bisher führt der Weg durch die hier noch tendenziell unberührte Heidelandschaft, vorbei an wenigen Häusern. Eines dieser Grundstücke soll nun neu bebaut und der Dünenweg als Zufahrt ausgebaut werden. Im nicht-öffentlichen Teil des Bauausschusses sorgte das für Ärger, auch der ehemalige Rantumer Bauausschussvorsitzende Boy Carstensen bedauert: „Da wird wieder ein Stück Natur zerstört.“ Ähnlich bewertet er zwei weitere Baustellen direkt in der Nachbarschaft, bei denen im Zuge von Bauarbeiten die auf den Grundstücken liegenden Dünen kräftig angebuddelt wurden. „Wenn alte Häuser abgerissen und die Grundstücke neu bebaut werden, werden die Gebäude naturgemäß größer – die Bauherren wollen ihre Möglichkeiten ausschöpfen“, sagt Carstensen. Auch wenn er diese Entwicklung in gewisser Weise für nachvollziehbar hält, bedauert er die Veränderung des Ortsbildes trotzdem.

Rechtlich kann gegen diese Form der Bebauung nichts getan werden, erklären Martin Seemann und Peter Andresen vom Bauamt der Gemeinde Sylt. Das hat unterschiedliche Gründe. Zum Beispiel legt der 1994 für dieses Gebiet erstellte B–Plan nur fest, wie viel Prozent der oft recht großen Grundstücke bebaut werden dürfen, aber nicht, wo die Gebäude auf der Grundstücksfläche stehen müssen. „Heute würde man das wahrscheinlich etwas anders machen“, so Andresen. Doch diesem noch gültigen vorhandenen B-Plan haben vor rund 20 Jahren die damaligen Mitglieder der Gemeinde Sylt-Ost zugestimmt. Danach wird er, wie es auch heute mit B–Plänen geschieht, öffentlich ausgelegt worden sein. „Und bis jetzt gibt es keinen klaren Auftrag an uns als Bauamt, diesen B-Plan zu überarbeiten“, sagt Seemann.

Heißt: Die Gemeinde hat, selbst wenn sie möchte, keine Möglichkeiten, diese legalen Bauvorhaben zu stoppen. Aber auch ein neuer B–Plan könnte nur begrenzt helfen – oder, wie es Seemann nüchtern sagt: „Was steht, das steht.“ Das gilt auch für den kleinen Dünenpfad, der demnächst zur Zufahrt werden könnte: Im B–Plan ist festgeschrieben, dass der Weg für Anlieger als Erschließungsmöglichkeit für die Anwohner zur Verfügung steht. Einzig die untere Naturschutzbehörde könnte nun noch verhindern, dass diese Zufahrt zustande kommt. Seemann allerdings schätzt die Chancen eher schwach ein, dass die Behörde den Ausbau verbietet.

zur Startseite

von
erstellt am 17.Feb.2015 | 04:51 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen