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Sylter Traditionsbetrieb : Bäckerei Jürgen Ingwersen wird verkauft

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Hotelbetreiber Dirk Rose übernimmt zum 7. Januar 2018 den Morsumer Familienbetrieb.

Ein Morsumer Traditionsbetrieb wechselt den Eigentümer: Die Bäckerei Jürgen Ingwersen wurde an den Rantumer Hotelbetreiber Dirk Rose verkauft. Doch am Betrieb der Bäckerei und des Kaffeegartens soll sich nichts ändern, verspricht Ingwersen, das komplette Personal wird übernommen. Der 65-Jährige und seine Ehefrau Sabine (50) freuen sich aber auf den Ruhestand, wenn am 7. Januar 2018 der Schlüssel übergeben wird.

Damit geht nach 92 Jahren eine Familientradition zu Ende. Am 1. Juni 1925 hatten Heinrich Nielsen und seine Frau Anna ihre Bäckerei am Morsumer Terpstig eröffnet. 26 Jahre später ging der Betrieb an den Schwiegersohn Jens Ingwersen und die Tochter Helene über. Die Eltern von Jürgen Ingwersen führten die Bäckerei und Konditorei weitere 26 Jahre, von 1951 bis 1977. Ein Jahr nach der Firmenübernahme, 1952, kam Jürgen Ingwersen in der guten Stube der Bäckerei zur Welt – heute sitzen dort die Cafégäste. Aus der kleinen Dorfbäckerei ist ein großes Gastronomieunternehmen geworden, das vor allem viele Frühstücks- und Kaffeegäste von der ganzen Insel Sylt anlockt. 1977 übernahm Jürgen Ingwersen den Betrieb, 1979 wurde die Bäckerei um eine gemütliche Teestube erweitert. Im Sommer saßen die Gäste auf der Terrasse unter dem Apfelbaum. Vor 15 Jahren bot sich dann die Gelegenheit, das benachbarte Eckgrundstück von der Hofgalerie zu übernehmen. Der große Kaffeegarten kam hinzu, vor fünf Jahren noch ein Wintergarten.

Zu Hochzeiten um 1998 beschäftigte die Bäckerei Jürgen Ingwersen 75 Mitarbeiter, den Großteil davon in 13 Bäckerei-Filialen zwischen List und Hörnum und in der Produktion in der Tinnumer Alten Meierei. Damit galt die Bäckerei Jürgen Ingwersen damals als größter Anbieter frischer Backwaren auf Sylt. 2011 entschlossen sich Jürgen Ingwersen und seine Frau Sabine, sich auf das Stammhaus in Morsum zu konzentrieren und alle Filialen abzugeben.

Nun trennen sich die beiden auch von der Keimzelle ihres Betriebes. „Es tut einem schon ein bisschen weh“, gesteht Jürgen Ingwersen ein. „Aber alles hat seine Zeit.“ Und eine vierte Generation stand für die Übernahme des Familienbetriebes nicht zur Verfügung. Die beiden Töchter sind als Ärztinnen mit ihren Familien in Stade und Kiel fest verwurzelt. Das 100-jährige Jubiläum im Jahre 2025 werde er noch erleben, „aber nicht mehr als Chef.“

Langweilig wird es für Jürgen und Sabine Ingwersen sicher nicht, wenn sie im Januar statt in die Winterpause in den Ruhestand wechseln. Sie ist aktiv im Morsumer Kirchenvorstand, er führt den Vorsitz der Söl’ring Foriining. Ein viertes Enkelkind ist gerade unterwegs. Und Jürgen Ingwersen freut sich, mehr Zeit fürs Reisen, fürs Skifahren und fürs Surfen zu haben. Dinge, die in 39 Jahren Selbstständigkeit zu kurz gekommen sind.

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