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Stau auf Sylt : Autozug: RDC löst neue Verkehrsprobleme aus

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Zur Mittagszeit geriet der Verkehr rund um den Westerländer Bahnhof ins Stocken. RDC und Deutsche Bahn schieben sich den Schwarzen Peter zu.

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erstellt am 18.Mai.2016 | 11:58 Uhr

Westerland | Stau rund um den Bahnhof, fluchende Autofahrer, kopfschüttelnde Passanten – Ausnahmezustand Dienstagmittag rund um den Westerländer Bahnhof. Die für Pfingstmontag befürchtete Abreisewelle rollte erst am Dienstag. Kurzerhand rückte die Polizei aus und griff regelnd in den Verkehr ein.

Seit Dezember fahren mehr Autozüge der Deutschen Bahn auf der teils eingleisigen Strecke zwischen Niebüll und Westerland. Die Angst der Pendler und ihrer Arbeitgeber: Wenn Bahn-Konkurrent RDC auch noch seine Autozüge über den Damm rollen lässt, bricht das System vollends zusammen.

Zwischen den vollbesetzten Wartespuren vor der Autoverladung bildeten sich in der Mittagszeit kleine Grüppchen von frustrierten Autofahrern, die ihrem Unmut über das Verkehrschaos Luft machten. „Wo ist eigentlich Bürgermeister Häckel, wenn man ihn braucht?“, fragte der Fahrer eines Wagens mit NF-Kennzeichen. „Wir haben über eine Stunde gebraucht für die knapp zwei Kilometer vom Fischerweg hierher“, ärgerte sich Sylt-Stammgast Gerd Gollenbeck aus Kiel. „Dabei haben wir kein einziges Umleitungsschild gesehen.“ Die großen Schilder zum DB-Autozug hätten in die falsche Richtung gezeigt. „Wir dachten, wir fahren einen Tag nach der großen Abreisewelle entspannt nach Hause – das ist heute schief gelaufen.“

Die Bahn hatte Mitarbeiter im Einsatz, die freundlich auf die vielen Fragen der Wartenden eingingen. Ein Bahnangestellter schob der Konkurrenz von RDC den Schwarzen Peter zu. Das US-amerikanische Unternehmen habe die Trassen für den Dienstag nicht freigegeben und damit den Ausfall von fünf Autozügen zu verantworten.

„Das stimmt nicht“, wehrt sich RDC-Pressesprecherin Meike Quentin gegen den Vorwurf. „Wir haben am Wochenende Kontakt mit der Bahn aufgenommen und für Dienstag und Mittwoch eine Pause des Probebetriebs angekündigt.“ Offenbar zu kurzfristig, denn die Bahn benötigt nach eigenem Bekunden zwei Wochen Vorlaufzeit, um die freien Zeiten zu besetzen. Bahn-Sprecherin Sabine Brunkhorst wollte gestern denn auch ein Angebot von RDC nicht bestätigen. „An normalen Tagen – wie dem gestrigen Dienstag – reichen 26 Fahrten pro Tag aus“, sagte sie.

So oder so, Bürgermeister Nikolas Häckel zeigte sich „glücklich und zufrieden“ mit dem Pfingstverkehr. Der Stau sei beherrschbar gewesen; der Verkehr floss, kein Auto musste lange im Stau stehen – und das trotz der Baustellen.

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