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Kampf um den Syltshuttle : Autozug nach Sylt: Geht der „DB-Trick“ nach hinten los?

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die DB will ab Dezember Auto- und Personenzüge aneinander koppeln: Das könnte Probleme auf der phasenweise eingleisigen Strecke geben.

Sylt | Sie ist lediglich 39 Kilometer lang, doch sie sorgt seit Monaten für Aufregung: Im Zuge des Kampfes um die lukrative Autozug-Strecke zwischen Niebüll und Westerland kommen dieser Tage regelmäßig neue, für den Laien recht sonderbar anmutende Details ans Licht. Die jüngste Entwicklung: Nun sollen die Autozüge der Deutschen Bahn nicht wie geplant ab Dezember fahren können, weil sie schlicht zu lang sind. Das zumindest sagt Bahn-Konkurrent RDC (Railroad Development Corporation).

RDC sitzt dieser Tage mit der Deutschen Bahn und der Bundesnetzagentur zu Krisengesprächen in Bonn zusammen. Das Unternehmen hat bei der Vergabe der Autozugtrassen deutlich weniger Fahrten zugesprochen bekommen, als erhofft. Die Deutsche Bahn hatte sich den Löwenanteil dadurch gesichert, dass sie künftig Personen- und Autozüge aneinander koppeln will. Diese Konstrukte sollen in Niebüll an- und auseinander gekoppelt werden, damit der Personenteil anschließend weitere Halte auf der Westküstenstrecke anfahren kann.

Gegen diesen „Trick“ hatte RDC Einspruch erhoben. Ein Argument des Unternehmens, das nun bei den Gesprächen in Bonn aufgegriffen worden ist: Die Personen-Autozüge der DB seien mit einer Länge von insgesamt 658 Metern angemeldet worden. Für diese Länge sei das Ausweichgleis am Keitumer Bahnhof schlicht rund 30 Meter zu kurz. Das ist deshalb ein Problem, weil die Strecke hinter Keitum eingleisig ist – vom Festland kommende und zum Festland fahrende Züge dürfen sich also nur auf dem zweigleisigen Abschnitt vor dem Keitumer Bahnhof treffen. Aufgrund des für die neuen DB-Zuglängen zu kurzen Ausweichgleises, argumentiert RDC, seien die Fahrten-Anmeldungen der Deutschen Bahn eigentlich ungültig. Denn: „Die geplante Durchführung der Zugfahrten der mit dem um einem Dieseltriebwagen verlängerten Autozug ist so nicht möglich“, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Die DB habe in den Gesprächen auch eingeräumt, über die tatsächliche Länge dieses Gleises bisher falsch informiert gewesen zu sein, so RDC weiter. Erst ein Nachmessen in dieser Woche soll ergeben haben, dass die nutzbare Gleislänge kürzer ist, als bisher angenommen.

Ob die DB ihre Züge nun kürzen kann und überhaupt darf, soll bis Montag geklärt werden. RDC hat ganz eigene Lösungsvorschläge für dieses Problem: Die Schwierigkeit der überlangen DB-Züge habe sie dazu veranlasst, den Vergabeinstanzen zu empfehlen, dem DB Fernverkehr doch nur „die Hälfte der beantragten Trassen zuzuweisen“. Damit „wäre Wettbewerb im Autozugverkehr hergestellt. Die Bundesnetzagentur hat DB Fernverkehr anheimgestellt, diesen Vorschlag als Lösungsmöglichkeit der Trassenkonflikte zu prüfen, DB Fernverkehr hat ihn jedoch abgelehnt“, berichtet das Unternehmen weiter.

Die Bundesnetzagentur und die Deutsche Bahn wollten sich gestern zu dem Thema mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern. Lediglich eines sagte ein Sprecher der Bundesnetzagentur : Er schließe nicht aus, dass sich der Konflikt um den Syltshuttle noch dadurch in die Länge ziehen könnte, dass gegen die Entscheidungen geklagt wird. „Irgendwann wird es dann aber eilbedürftig.“

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erstellt am 22.Aug.2015 | 05:08 Uhr

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