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Kampen auf Sylt : Aus für die „Sturmhaube“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Das Restaurant auf dem Roten Kliff schließt Anfang 2017. Was dann kommt, ist derzeit völlig unklar

Der Pächter der „Sturmhaube“ in Kampen und und der Eigentümer, die Gemeinde Kampen, haben ihren Vertrag zur Nutzung des großen auffälligen Gebäudes auf dem Roten Kliff im gegenseitigen Einvernehmen aufgehoben. Dies teilten Detlev Maaß als Verantwortlicher der Laggner-Gruppe und Kampens Bürgermeisterin Steffi Böhm am vergangenen Freitag mit. Die Laggner-Gruppe hatte das Gewerbeobjekt vor drei Jahren gepachtet und als gastronomischen Betrieb geführt. Anfang 2017 wird die „Sturmhaube“ nun ihre Pforten schließen. „Bis dahin wird der Betrieb jedoch geregelt weiter geführt. Das schließt die Festtage an Weihnachten und die Silvesternacht natürlich mit ein“, unterstrich Detlev Maaß.

Zu den Gründen der Schließung sagte der Generalbevollmächtigte des Gastronomieunternehmens mit Sitz in Berlin: „Der Standort erwies sich für unser Konzept als zu aufwändig und war letztlich wirtschaftlich so nicht mehr darstellbar. Hinzu kommen die notwendigen umfangreichen Baumaßnahmen, die eine längere Schließung der ‚Sturmhaube‘ bedingt hätten.“ Wie Maaß weiter mitteilte, werde sich das Engagement des Unternehmens künftig auf Berlin und Umgebung konzentrieren. Die Laggner-Gruppe betreibt als Stammhaus das bekannte Weinrestaurant „Lutter & Wegner“ am Gendarmenmarkt mit diversen Dependancen, die Newton-Bar und den Kaisersaal in der Hauptstadt sowie weitere Gastro-Objekte im Potsdam, aber auch in Hamburg, auf Usedom oder im österreichischen Bad Gastein. „Gleichwohl war es eine interessante und auch positive Zeit auf Sylt, wobei wir insbesondere allen Stammgästen für ihre Treue danken“, sagte Maaß.

Wann und in welcher Form die Kampener „Sturmhaube“ wieder ihre Pforten wieder öffnen wird, ist gegenwärtig völlig ungewiss. Fest steht allerdings, dass das exponiert gelegene Gebäude, das in seiner ursprünglichen Form 1967 erbaut wurde, umfangreicher Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten bedarf. Dafür sind laut Haushaltsplan der Gemeinde Kampen zirka 750  000 Euro erforderlich. Während in diesem Sommer bereits Maßnahmen für den Brandschutz durchgeführt wurden, bedürfen in dem weitläufigen Anwesen die Wasserleitungen, die Lüftung, die Heizung und insbesondere die Elektrik dringend einer Erneuerung.

Die „Sturmhaube“ werde immer noch durch einen Hausstromanschluss aus den 1960er Jahren versorgt, der für die heutigen Bedürfnisse „schlicht nicht genügend Saft“ liefere, beklagte Restaurantleiter Jörn Steffen Anfang des Jahres. „Wir haben hier ein Leistungsproblem.“ Die Zahl der Plätze im Restaurant sei stetig angestiegen, durch die marode Elektrik käme es regelmäßig dazu, dass unter anderem die Küche nicht so genutzt werden kann wie erforderlich. Allein im vergangenen Jahr sei es aufgrund der veralteten Technik zu drei Strombränden in dem reetgedeckten Gebäude gekommen.

„Die Sanierung der ‚Sturmhaube‘ kann während eines laufenden Betriebs nicht durchgeführt werden. Davon abgesehen gilt es für die Gemeinde jetzt, ein schlüssiges Konzept für die künftige Nutzung zu erarbeiten. Von daher lässt sich alles Weitere derzeit weder definieren noch terminieren“, betonte Bürgermeisterin Steffi Böhm.

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erstellt am 04.Dez.2016 | 22:00 Uhr

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