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Gemeindevertretersitzung Hörnum : Aus für das Genossenschaftsmodell

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Gemeindevertretersitzung Hörnum lehnt CDU-Vorschlag ab. Wohnungsbau an der Rantumer Straße geht in die nächste Phase

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2014 | 05:06 Uhr

Antrag: abgelehnt. Auf dem Schulgrundstück in Hörnum wird es keine neuen Dauerwohnungen nach dem Genossenschaftsmodell geben. Ein entsprechender Antrag der CDU wurde in der Gemeindevertretersitzung abgelehnt. „Das heißt nicht, dass wir den Vorschlag oder das Modell als solches ablehnen. Wir haben lediglich beschlossen, den Bebauungsplan 22 vorzuziehen“, erklärte Bürgermeister Rolf Speth nach der Sitzung. Was auf dem Schulgelände geschehen wird, darum werde man sich zu einem anderen Zeitpunkt kümmern.

Ingo Dehn von der Hörnumer CDU hält das nur für vorgeschoben, für ihn ist klar: „Das war eine eindeutige Absage an das Projekt an diesem Standort.“ Speth und die Allgemeine Wählergemeinschaft Hörnum hätten die Idee beerdigt, noch bevor sie diskutiert haben. Für die CDU steht das Genossenschaftsmodell für gesichertes, nachhaltiges und generationsübergreifendes Wohnen. Wie man sich mit dieser Idee gar nicht erst auseinandersetzen könne, ist für Dehn unverständlich. „Es wären auch andere Standorte wie an der Budersandstraße in Frage gekommen“, so Dehn.

Bürgermeister Speth hätte argumentiert, die Landesplanung erlaube ausschließlich die Entwicklung des B-Plans 22, also des Gebietes an der Rantumer Straße und keine weiteren Projekte, erklärte Ingo Dehn. „Das widerspricht aber seinem Verhalten der letzten Monate, schließlich wurde mehrfach über Wohnungsbau in Hörnum-Nord beraten. Wozu das, wenn die Landesplanung es nicht erlaubt?“

Die Uneinigkeit der Parteien in Hörnum ist unübersehbar – auch was den besagten B-Plan 22 angeht. Für Bürgermeister Speth steht die Entwicklung dieses Gebietes derzeit an erster Stelle. Die Gemeindevertreter haben der Vorlage zugestimmt – mit den Gegenstimmen der CDU. Auf der Fläche an der Rantumer Straße soll nach dem Beschluss ein Mix aus Mietwohnungen und Wohnungen auf Erbbaurecht entstehen. „Wir wollen uns jetzt verschiedene Angebote einholen, und dann soll es zügig losgehen“, erklärte Rolf Speth.

Geht es nach dem Wunsch-Zeitplan des Bürgermeisters liegen die Entwürfe bis Mitte Januar zur Abstimmung vor. Für den Startschuss der Bebauung habe man das kommende Frühjahr anvisiert. „Da die Landesplanung bereits ihre Zustimmung signalisiert hat, hoffen wir, dass es schnell geht“, so Speth.

Für Ingo Dehn kommt der Beschluss der Gemeindevertreter zu plötzlich: „Wir hätten zu diesem Zeitpunkt bei dieser Informationslage gar nicht entscheiden dürfen“, sagte der CDU-Politiker. Und weiter: „Dass es bereits eine Ausschreibung gibt, davon haben wir gar nichts gewusst.“ Transparent sei der Weg, den Speth einschlage, nicht.

Die CDU ist gegen den Mix auf der Fläche. „Wir möchten eigentlich gar kein Eigentum an der Stelle zulassen, auch nicht im Erbbaurecht. Bei einem Verkauf haben wir gar keinen Einfluss darauf, wer da einzieht.“ Zumal in der Vorlage keine Zahlen festgehalten werden. „Speth hat zwar gesagt, dass der Mix 50:50 sein soll, aber am Ende könnten es auch 80:20 sein“, gab Ingo Dehn zu bedenken.

Einzig das Bauprojekt an der Hörnumer Strandstraße scheint derzeit problemfrei zu laufen: Der Wohngebäudekomplex feierte bereits Richtfest. Im Mai sollen die neun Dauerwohnungen bezugsfertig sein.

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