Aufbruch-Stimmung in der Kampener Kunstszene

Im Schaffensprozess: Landt malt im ehemaligen Arbeitszimmer von Getraude Buchholtz.  Foto: Kko
Im Schaffensprozess: Landt malt im ehemaligen Arbeitszimmer von Getraude Buchholtz. Foto: Kko

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07. Februar 2011, 06:28 Uhr

Kampen | Durch die Fenster auf der Rückseite des "Fuchsbaus" ist der Maler Thomas Landt zu sehen. Gerade hält er inne. Mit dem Pinsel in der Hand betrachtet er das Werk vor sich: Ein großformatiges Ölgemälde mit einer Frau darauf, die bunte Blumenornamente umschwirren. "Ornamente sind typisch für Kunst", sagt Landt.

Landts Atelier ist das ehemalige Arbeitszimmer der Architektin Getraude Buchholtz, verstorbene Ehefrau des Bildhauers und "Fuchsbau"-Eigentümers Anatol Buchholtz. Dass der Worpsweder Künstler Landt, der eine Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann absolvierte, bevor er von 1996 bis 2000 an einer antroposophischen Kunstakademie studierte, seit Monaten in Kampen arbeitet, kam so: "Petra Nies vom Verein der Sylter Kunstfreunde war 2007 in Worpswede. Sie sah meine Arbeiten, danach folgte die Einladung, ich sollte gemeinsam mit anderen Worpswedern ausstellen", berichtet der 45-jährige Maler. Landt folgte dem Ruf, brachte unter anderem an der "Buhne 16" seine so genannte "Wäscheleinen" - eine mit Druckgrafiken behängte Schnur - an, und wurde von Kampens Tourismus-Chefin Birgit Friese entdeckt.

Wie kam Landt in den "Fuchsbau"? Ganz einfach: "Ich möchte, dass mein Haus in meine eigene kulturelle Stiftung übergeht und Künstlern als Raum und Werkstatt zur Verfügung steht", erklärt Altmeister Anatol Buchholtz. Die Behörden in Husum hätten den "Fuchsbau" inzwischen unter Denkmalschutz gestellt, sagt er. Der zweite Schritt, das verschlungene Bauwerk in eine bleibende Schaffensstätte zu verwandeln, ist, dass "Thomas jetzt hier arbeitet", meint Buchholtz.

Gemeinsam mit dem Tourismusservice ist geplant, im "Fuchsbau" Lesungen und Tanzdarbietungen zu organisieren. "Wir wollen aber nicht mit den Literaturtagen oder sonstigen Festivals in Konkurrenz treten", sagt Landt. Vor allem soll Sylter Künstlern in Kampen die Chance gegeben werden, ihr Werk vorzutragen. Aber auch kreativen Strömungen, die vom Festland auf die Insel schwappen, wolle man sich nicht verschließen. "Es geht im Grunde darum, Kampen als Künstlerort wieder zu beleben", erklärt der Worpsweder. Das ist auch im Sinne von Bildhauer Buchholtz und Tourismusdirektorin Friese. Beide wünschen sich außerdem: "Hier sollen sich kreative Köpfe austauschen, Ideen entwickeln und die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorstellen."

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