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Lösung : Aufatmen: Nahversorgung in Archsum gesichert

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Voraussichtlich ab Mitte März wird die Bäckerei Raffelhüschen in der Alten Schule einen Backshop eröffnen. Seit Kurzem sind die Räume verwaist. Früher befanden sich dort das Touristbüro und ein Lebensmittel-Shop.

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2010 | 03:58 Uhr

Archsum | Aufatmen in Archsum: Die Nahversorgung der Bürger und Gäste ist künftig wieder gesichert. Voraussichtlich Mitte März wird die Bäckerei Raffelhüschen in der Alten Schule einen Backshop eröffnen. Seit Jahresbeginn sind die Räume verwaist, in denen sich zuvor das Touristbüro und ein Lebensmittel-Shop befanden. "Für den Kaufmann war es nur noch ein Zusatzgeschäft, so dass er den Pachtvertrag zum Jahresende 2009 aufkündigte", berichtet Wolfgang Holst vom Archsumer Kulturkreis, dem die in Gemeindebesitz befindliche Alte Schule durch einen Nutzungsvertrag überlassen ist. Zum selben Zeitpunkt verließ auch die Kurverwaltung das Domizil. Künftig werden sich das benachbarte Restaurant und der Backshop die Räumlichkeiten teilen - in den kommenden Wochen wird umgebaut. Der hintere Bereich mit 28 Quadratmetern dient dem Restaurant als Lagerfläche, während die vorderen 14 Quadratmeter dem Backshop vorbehalten sind. Dieser wird zunächst vormittags öffnen und neben Backwaren auch Produkte des täglichen Bedarfs führen.
Gemeinde will sich am Umbau nicht beteiligen
Die Suche nach einem Pächter für die Nahversorgung in Archsums Alter Schule gestaltete sich schwierig - und brachte den Insel Sylt Tourismus Service (ISTS) wie auch die Gemeinde Sylt in die Kritik: "Ein möglicher Zuschuss für die Sicherstellung der Nahversorgung wurde ganz strikt abgelehnt. Auch an dem jetzt bevorstehenden Umbau will sich die Gemeinde nicht beteiligen, obwohl dieser eine Wertsteigerung bedeutet. Das ist nicht in Ordnung", moniert Wolfgang Holst.

Kritik übte auch Peter Jensen, Vorsitzender des Archsumer Kulturkreises. Anlässlich des Neujahrsempfangs des Vereins, bei dem sich am Wochenende rund 30 Besucher zu Sekt und Grünkohlsuppe in der Alten Schule einfanden, unterstrich er: "Keine Unterstützung in punkto Nahversorgung, Rückzug der Kurverwaltung aus dem Dorf, keine Präsenz der Gemeinde bei den Ortsbeiratssitzungen - nur durch eine starke Gemeinschaft können wir verhindern, dass die Gemeinde das Interesse an Archsum ganz verliert."
Jetzt muss sich der Hauptausschuss beraten
In Frage gestellt ist zudem der Bestand der öffentlichen Toiletten zwischen Nahversorger und Restaurant in der Alten Schule: "Die Kurverwaltung hat auch diesen Vertrag aufgelöst und die Verantwortung der Gemeinde zugeschoben. Jetzt muss sich der Hauptausschuss erst noch beraten", berichtet Holst.

Angesichts dieser Entwicklungen, so berichtet er weiter, sei es "nur gut, dass wir den Nutzungsvertrag für die Alte Schule bis zum Jahr 2020 und den Pachtvertrag für die Festwiese bis 2018 verlängern konnten. Wer weiß, ob die Gemeinde dieses Tafelsilber sonst nicht irgendwann veräußern würde."

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