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Streit um Sylter Radweg : Auf zum letzten Akt im Drama Radweg

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Ausbau der Schotterstrecke für Fahrräder zwischen Keitum und Tinnum wird teurer als geplant, der Bauausschuss der Gemeinde Sylt hat ihm nun aber doch mit Zähneknirschen zugestimmt.

Nur mit spürbar großem Widerwillen befassten sich die Mitglieder des Bauausschusses am vergangenen Montag mit einem Thema, das sie und auch andere Gremien schon seit Jahren beschäftigt: dem Ausbau des Radweges durch die Keitumer Wiesen entlang der so genannten Schlangenfarm. Anlass für die erneute Beratung waren die gestiegenen Kosten. Wegen einer Neuausschreibung sollen für das Vorhaben jetzt insgesamt 300  000 Euro und damit 25  000 Euro mehr als bisher geplant zur Verfügung gestellt werden.

Dies sei eine weitere Kostensteigerung von zirka zehn Prozent, kritisierte Gemeindevertreter Holger Flessau (CDU), und fragte: „Wer ist dafür verantwortlich?“ Laut den Beschlüssen des Bauausschusses und des Finanzausschusses von Mitte August sei der zur Verfügung gestellte Kostenrahmen doch eindeutig auf 275  000 Euro „gedeckelt“ worden. Maria Andresen, die Fraktionschefin der Grünen, stellte darüber hinaus die Frage, warum es denn überhaupt eine erneute Ausschreibung gegeben habe.

Als Grund dafür nannte Nikolas Häckel die von den Kommunalpolitikern ausdrücklich geforderte Einbindung des Landschaftszweckverbandes (LZV) in den Planungsprozess. „Das war ja Beschluss und das mussten wir auch umsetzen“, so der Bürgermeister der Gemeinde Sylt. Allerdings beklagte Häckel auch eine „unglückliche Folge“ von Beschlussfassungen in Sachen Radweg: „Deshalb mussten wir neu ausschreiben und deshalb müssen wir jetzt auch die Kostensteigerung in Kauf nehmen.“ Die SPD-Politiker Gerd Nielsen und Eberhard Eberle jedoch äußerten ihre große Verwunderung über das „Argument Landschaftszweckverband“ für die erneute Ausschreibung. „Ich habe immer gewartet, dass das mal auf der Tagesordnung einer LZV-Sitzung steht“, sagte Eberle, „aber das war nie Thema, da haben wir nie drüber geredet.“

Der Streit um die Befestigung des staubigen und zerklüfteten Radweges, der in Höhe des Teekontors in Keitum beginnt, nördlich parallel zur Bäderstraße entlang führt und gegenüber dem Reitstall „Olivenhof“ in Tinnum endet beschäftigt zahlreiche Gremien der Gemeinde Sylt seit vielen Jahren. Vor allem die Ortsbeiratsvorsitzenden Manfred Uekermann (Tinnum) und Oliver Ewald (Keitum) plädierten immer aufs Neue für eine teure Variante mit Betonspurplatten, scheiterten jedoch wiederholt an dem mehrheitlichen Votum anderer Gemeindevertreter für eine kostengünstigere Asphalt-Lösung. Ihren letzten Höhepunkt erreichten die Auseinandersetzungen um den zirka zwei Kilometer langen Weg, als Bürgermeister Nikolas Häckel ein externes Ingenieurbüro einschaltete, um die Planungen des Bauamts nochmals fachlich überprüfen zu lassen. Dies führte sogar zu einem öffentlich ausgetragenen Streit zwischen Häckel und Tiefbauamtsleiter Reiner Brudnitzki in einer Bauausschuss-Sitzung Mitte Ausgust.

Nach der neuen Ausschreibung im September verteuern sich die Straßen- und Tiefbauarbeiten auf 276  000 Euro, für Ausgleichsmaßnahmen, Beschilderungen und das Aufstellen von Poller sind wie zuvor 24  000 Euro fällig. Der Betrag muss allerdings nicht in voller Höhe von der Gemeinde Sylt gezahlt werden. Bereits seit Ende 2013 liegt ein Bescheid für Fördermittel vor: 40 Prozent der Kosten werden im Rahmen der Klimaschutzinitiative vom Land Schleswig-Holstein übernommen. Der Bauausschuss hat der Bereitstellung der Mittel seine Zustimmung erteilt, Ende Oktober befasst sich dann nochmals der Finanzausschuss mit der Thematik.

 

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 19.Okt.2015 | 05:02 Uhr

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