zur Navigation springen

Fremde Pflanze : Auf Sylt sprießende Cranberries sollen verschwinden

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Artenvielfalt statt Moosbeeren: Die Schutzstation Wattenmeer startet ein Pilotprojekt zur Entfernung eingeschleppter Cranberries in den Sylter Dünen.

Viele kennen die roten Cranberries aus Müslis oder Schokoriegeln. In den Sylter Dünen wird die aus Nordamerika stammende Pflanze zum Problem, da sie die feuchten Dünentäler zuwuchert und Sonnentau sowie heimische Moosbeeren verdrängt. Wie die Pflanze nach Sylt gelangte ist unbekannt. Einige auf der Insel munkeln jedoch, dass möglicherweise Gänse auf ihrem Weg nach Süden die Samen der Beeren in den Dünen ausscheideten.


Naturschützer setzen auf schonende Handarbeit


Freiwillige der Schutzstation Wattenmeer haben sich daran gemacht, im Rahmen eines vom Kreis Nordfriesland genehmigten Pilotprojektes die Cranberries aus dem von ihnen betreuten Naturschutzgebiet im Hörnumer Norden zu bekommen. „Auf einer Fläche von 600 Quadratmetern testen wir, wie effektiv wir die eingeschleppte Cranberry dauerhaft aus einem Gebiet entfernen können“, erläutert Kirsten Thiemann von der Schutzstation Wattenmeer, die das Konzept für das Vorhaben entwickelte. Die Naturschützerin setzt dabei auf schonende Handarbeit. „Der Einsatz von Maschinen würde die Torfschicht mit den darin enthaltenden Samen in dem sensiblen Feuchtgebiet schädigen“, sagt die Biologin. Zudem wären die Reifenabdrücke noch nach Jahren in den Dünen sichtbar.

Bis zu einem Meter pro Jahr breitet sich die Großfrüchtige Moosbeere, wie die Cranberry auf deutsch heißt, kriechend aus. Mit Neoprenhandschuhen und Gummistiefeln gegen das kalte Wasser ausgerüstet, ziehen die Freiwilligen die langen dünnen Ausläufer samt Wurzeln aus dem Boden. Herbst und Winter sind hierfür ideal, weil Moorfrösche und Kreuzkröten, die im Frühjahr das Gebiet zum Laichen bevölkern können, in der Winterruhe sind.

Wenn die Arbeit der Naturschützer erfolgreich ist, keimen aus den im Torf schlummernden Samen im nächsten Frühjahr heimische Pflanzenspezialisten wie Mittlerer Sonnentau oder Zwergbinse und erobern die Fläche zurück. Diese seltenen Naturschönheiten bekommen so wieder eine Chance in dem Dünengebiet.

Zwei Arbeitseinsätze sind in diesem Winter noch geplant. Jeder Naturverbundene ist herzlich dazu eingeladen; die Ausrüstung wird gestellt. Auch Schulklassen können gerne mithelfen und sich bei der Sylter Schutzstation melden: Tel. 04651/8862227, d.schaper@schutzstation-wattenmeer.de.

zur Startseite

von
erstellt am 24.Nov.2015 | 17:50 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen