Interview : Auf Sylt, in Bremen – und im Himmel

Seit fast zwei Jahrzehnten vom Sylt-Virus infiziert: Buchautor Winfried Hammelmann
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Seit fast zwei Jahrzehnten vom Sylt-Virus infiziert: Buchautor Winfried Hammelmann

Hörfunkredakteur, Tatort-Schauspieler und Buchautor – Winfried Hammelmann spricht über seinen ersten Roman, in dem Sylt eine tragende Rolle spielt

shz.de von
14. März 2018, 05:33 Uhr

In Bremen kennen viele seine Stimme, aber noch mehr kennen deutschlandweit sein Gesicht: Winfried Hammelmann ist nicht nur als Hörfunkredakteur bei Radio Bremen tätig, sondern auch auf den Fernsehbildschirmen zu sehen.

Bekannt wurde er insbesondere durch seine Rolle als Kriminalassistent Karlsen in den Bremer Folgen der ARD-Kultkrimireihe „Tatort“. Darüber hinaus verfasste Winfried Hammelmann in der Vergangenheit drei Bücher und legt nun nach – mit dem Roman „Zeit für Wolke 7“, der zu großen Teilen auf Sylt spielt. Sylter Rundschau-Mitarbeiter Frank Deppe sprach mit dem rührigen 59-Jährigen, der mit seiner Frau in Bremen lebt.


Sie sind ein Mann des Rundfunks und des Fernsehens – wie kam es, dass Sie jetzt auch in die Tasten tippen?

Ich wollte schon immer Bücher schreiben. Das fing vor vielen Jahren an, als ich eine Reihe von Satiren verfasste und diese für Freunde verlegte – in Kleinstauflage. 1994 kam dann mein erstes Buch auf den Markt: „Die Selbstbedienungsrepublik – unsere Skandalpolitiker und ihre Affären“. Es folgten zwei Bücher mit Satiren und satirischen Kurzkrimis.

Und jetzt also ein Roman. Dass Sylt dabei eine tragende Rolle spielt, kommt nicht von ungefähr ...

Genau. Vor 17 Jahren luden uns Freunde nach Sylt ein und zeigten uns die ganze Insel, auch die verborgenen Winkel. Seitdem sind wir vom Sylt-Virus infiziert und kommen inzwischen mehrmals pro Jahr. Wir genießen das entspannte Flair, die langen Strandspaziergänge mit unserem Hund.

Erzählen Sie uns doch ein paar Worte über den Inhalt Ihres neuen Romans, der auf Sylt, in Bremen – und im Himmel spielt.

Die Hauptfigur heißt Nils Petersen. Er ist verliebt, und zwar Hals über Kopf in Lena. Bevor er aber ihr Herz erobern kann, bricht das Schicksal über ihn herein. Oder viel eher Petrus, denn der hat im Himmel einen Fehler gemacht und holt nun ausgerechnet Nils’ Traumfrau zu sich, um das Gleichgewicht zwischen Himmel und Erde wiederherzustellen. Doch es gibt noch eine kleine Chance für die große Liebe: Nils muss einfach nur genügend Zeit sammeln, um Lena zurück auf die Erde zu holen. Doch woher bekommt man 473 352 Stunden?


Das klingt nach einem Fantasieroman ...

Ich würde es als fantastischen Realismus mit „romantic comedy“ umschreiben. Das Buch ist mit viel Humor gewürzt, spricht aber auch die Gefühle an.

Der Protagonist Nils Petersen arbeitet in einer Bank – damals ihre erste berufliche Station, besucht gerne Sylter Lokalitäten wie das „Manne Pahl“ oder lässt den Abend bei einem Drink im „Cheers“ ausklingen. Wie viel Hammelmann steckt in Petersen?

(lacht) Na ja, so 25 Prozent würde ich schätzen. Es gibt in dem Roman tatsächlich auch eine Reihe von detaillierten Situationen, die ich selbst erlebt habe.

Mit Hoffmann und Campe haben Sie einen sehr renommierten Verlag gefunden. Funktionierte die Anbahnung problemlos?

Das wäre schön gewesen. Tatsächlich habe ich etwa zwanzig Verlage angerufen und immer nette Sekretärinnen am Apparat gehabt. Ich solle mal einige Seiten des Manuskripts schicken, war der Tenor. Doch einmal hatte ich Glück und tatsächlich einen Lektor am Telefon. Die Chemie stimmte – und ich schickte ihm das Skript.

Die Zusage kam vermutlich nicht drei Tage später ...

Nein, es dauerte etwa drei Monate. Kurz vor einem Sylt-Urlaub kam dann der erlösende Anruf.

Hoffmann und Campe rührt jetzt deutschlandweit die Werbetrommel für Ihr neues Buch ...

...wobei es mich sehr freut, dass der Verlag in seinem Buchkatalog dafür zwei Doppelseiten spendiert hat – nebst eines Kommentars der bekannten Journalistin und Fernsehmoderatorin Anne Gesthuysen. Sehr freut es mich auch, dass mein Freund, der Bestsellerautor David Safier, auf dem Buchrücken mit einem Kommentar vertreten ist. Ohnehin gab er mir viele wichtige Tipps.

Wird es auf Sylt auch Lesungen geben?
Ja, das ist für diesen Sommer geplant.


Kann man mit weiteren Sylt-Büchern von Ihnen rechnen?

Ja. Ich trage bereits einige konkrete Ideen mit mir herum. Ob das nächste Projekt wieder ein Roman oder ein anderes Genre sein wird, das wird sich noch entscheiden.





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