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Sylter Rundschau

23. Oktober 2017 | 16:04 Uhr

Ehrenamt : Auf Sylt helfen – so geht’s

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Wer sich als guten Vorsatz zum neuen Jahr überlegt, sich ehrenamtlich engagieren zu wollen, findet auf der Insel jede Menge Betätigungsfelder.

shz.de von
erstellt am 24.Dez.2013 | 00:33 Uhr

Ohne ehrenamtliche Helfer könnten viele Organisationen gar nicht existieren. Fleißige Hände werden das ganze Jahr über gesucht. Für viele sind die guten Vorsätze zum Jahreswechsel Anstoß für ein Ehrenamt. Doch warum nicht sofort loslegen? Wer Andere an seinem Können und seiner Begabung teilhaben lässt, tut sich auch selbst einen Gefallen: „Wer Zeit gibt, wer Zuwendung gibt, wer seine Erfahrungen und Talente mit anderen teilt, wer anderen hilft, auf eigenen Beinen zu stehen, der bekommt meist ganz direkt etwas zurück“, so Bundespräsident Joachim Gauck in einer Rede anlässlich der Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Unsere Zeitung stellt drei Einrichtungen vor und zeigt, in welchen Bereichen Hilfe gefragt ist.


AWO SyltKlinik



Wenn Kinder an Krebs erkranken, ist das ein Schock und eine enorme Belastung für die ganze Familie. In der AWO SyltKlinik können sich Betroffene vier Wochen lang erholen. Die jungen Patienten regenerieren sich dort mit ihren Eltern und Geschwistern gehen danach gestärkt ins Leben zurück. Neben zahlreichen therapeutischen Aktivitäten gibt es auch Freizeitangebote, die Eltern und Kindern viel Freude bereiten und sie wieder auf andere Gedanken bringen. Helfer können sich je nach Begabung einbringen: Ob Bastelaktivitäten, Drachen- oder Bogenbau für die Kinder, Gartenarbeiten oder Unterstützung der Haustechnik, die Aufgaben sind vielfältig. „Wir freuen uns über jede gute und umsetzbare Idee für Aktivitäten. Da sind wir offen. Wichtig ist, dass die Wellenlänge stimmt und das Angebot in unser Konzept passt“, erklärt Klinikleiter Jörg-Eric Zarth. Welche Fähigkeiten muss man mitbringen? Jörg-Eric Zarth: „Wir sind in einem sensiblen Bereich tätig. Die Familien haben viel durchgemacht. Einfühlungsvermögen und pädagogisches Geschick müssen sein.“ Wie viel Zeit man investieren möchte, ist jedem selbst überlassen. Manche engagierten sich zwei bis drei Stunden im Monat, andere zwei bis drei Stunden die Woche, so Zarth. Wer sich hier einbringt, bekommt in der Regel ein unmittelbares Feedback von den Kindern oder den Eltern. „Es bringt Zufriedenheit, etwas Sinnvolles zu tun und man sieht hier sofort ein Ergebnis.“ Auch der Förderkreis der Syltklinik freut sich über Unterstützer und neue Mitglieder. Hier kann man die Klinik tatkräftig durch Geld- oder Sachspenden oder auch durch ehrenamtliches Mitwirken bei verschiedenen Projekten unterstützen.


Tierschutzverein Sylt



Seit über 50 Jahren schon engagiert sich der Verein für Tiere aller Art in Not. Hunde und Katzen, Kleintiere wie Meerschweinchen und Kaninchen tummeln sich hier ebenso wie Schafe und Ziegen. Besonders willkommen sind „Gassigeher“ und „Katzenstreichler“. Insgesamt sechs Hunde – so wie wie Huskymischling „Paul“ – (s. Foto) warten täglich auf Ausgang. Die Gassigeher müssen mindestens 18 Jahre alt und erfahren im Umgang mit den Vierbeinern sein. Etwa eine Stunde Zeit sollte man für den Hundespaziergang übrig haben. Gegen längere Hunderunden hat natürlich niemand etwas einzuwenden. Auch über handwerklich begabte Helfer freut sich der Verein. Etwa um Zäune zu ziehen oder Hütten zu bauen. Wie viel Zeit die Handwerker investieren möchten, entscheiden sie selbst. Was bringt das Engagement? Die Gassigeher tun nicht nur dem Hund, sondern mit der Bewegung auch sich selbst etwas Gutes. Da darf man auch mal einen Weihnachtskeks mehr naschen. Und: Wer ein Tier streichelt, baut nachweislich Stress ab. Am größten soll dieser Effekt übrigens beim Katzenstreicheln sein.


Söl‘ring Foriining



Der Heimat- und Kulturverein macht sich dafür stark, die Sylter Identität zu beleben und zu bewahren. Dazu gehören die Pflege des Brauchtums, Kunst und Denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten sowie der Landschaftsschutz. Außerdem ist die Söl’ring Foriining Betreiber der Sylter Museen. Ehrenamtliche Helfer können zum Beispiel als Betreuer von Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebieten aktiv werden. „Die Betreuer achten auf die inseltypische Vegetation ihres Gebiets. Wenn in der Heide Birken wachsen, müssen die gefällt werden,“ erklärt Sven Lappoehn, Geschäftsführer der Söl’ring Foriining. Die Betreuer sprechen aber auch Radfahrer an, die abseits der Wege unterwegs sind oder weisen Hundebesitzer auf die Leinenpflicht hin. Ein Mal pro Woche gehen sie ihr Gebiet ab. Wer die Betreuer unterstützt, muss lediglich ein bis dreimal im Jahr Zeit einplanen.

Neben der Arbeit in der Natur steht regelmäßige Museumsarbeit wie Mithilfe im Archiv oder der Auf- und Abbau von Ausstellungen an. Die Trachtentanzgruppe sucht ebenfalls regelmäßig Helfer wie beispielsweise Musiker – die dann übrigens oft zu Tänzern werden. „Uns ist auch jeder willkommen, der Wissen über ein altes Handwerk vermitteln kann“, so Lappoehn. Je nach Tätigkeit sollte man handwerkliches Geschick, Naturverbundenheit oder geschichtliches Interesse mitbringen. Und was bringt’s den Helfern? „Sie können selbstverständlich alle Ausstellungen gratis besuchen. Außerdem gibt es einem persönliche Bestätigung und Freude, anderen etwas zu vermitteln“, so Sven Lappoehn.

 

 

Wer sich engagieren möchte, aber noch nicht das Richtige gefunden hat, kann sich auf der Ehrenamtsmesse im nächsten Jahr informieren. Sie findet am Sonntag, 9. Februar, von 10 bis 17 Uhr im Congress Centrum in Westerland statt.

 

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