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Kinderbetreuung : "Auf Sylt haben wir es ja noch gut"

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Auf dem Festland sind Krippenplätze Mangelware. Die Sylter Rundschau hat Eltern und Kita-Mitarbeiter zu ihren Erfahrungen auf Sylt befragt

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2013 | 07:55 Uhr

List | Die Eltern, die ihre Kinder in der U-3-Gruppe des Lister ADS-Kindergartens untergebracht haben, wissen, was für ein Glück sie hatten. In vielen Krippen des Landes gibt es seitenlange Wartelisten für Kinder unter drei Jahren. Auf Sylt ist die Lage da entspannter, aber der Bedarf auch besonders hoch. Die Sylter Rundschau hat mit den Lister Eltern und Erziehern über ihre Erfahrungen gesprochen und sie gefragt, was sie von der Einklagbarkeit der Krippenplätze ab August halten.

Jessica Friederici: Es ist schon sehr entlastend, wenn man einen U-3-Platz gefunden hat. Aber den extra einzuklagen finde ich übertrieben. Da findet man auch andere Mittel und Wege. Wir hatten Glück und haben unseren Sohn sofort in der U-3- Gruppe unterbringen können.

Stephan Lankenau: Ich finde es sehr gut und wichtig, Kinder von klein auf in eine Kita zu bringen. Bei den hohen Steuern, die wir zahlen, ist es nur richtig, wenn der Staat dafür sorgt, dass das auch klappt. Für die Eltern auf Sylt gibt es meist ja auch gar keine andere Möglichkeit, als ihr Kind mit einem Jahr in die Kita zu bringen. Allein schon wegen der hohen Mieten und der Saisonarbeit.

Sönke Becker: Meine Frau und ich sind froh, dass wir schnell einen Platz in der Kita gefunden haben. Ansonsten wäre es für uns schwer gewesen, weil wir beide arbeiten. Man muss eben schnell sein - wir haben unsere Tochter direkt nach der Geburt angemeldet.

Kristin Denecke: Es hat gedauert, bis ich einen Platz für meinen Sohn gefunden habe. Damals war die Gruppe für U-3-Kinder noch im Aufbau und es war unsicher, wann eine zweite Erzieherin kommen würde. Als er 17 Monate alt wurde, hatten wir dann Erfolg. Auf Sylt haben wir es ja noch relativ gut. Meine Freundin lebt in einer Großstadt und hat gar keinen Kita-Platz gefunden. Sie musste dann zu einer Tagesmutter gehen und das ist teuer.

Gaby Winkler, Leiterin der Kindertagesstätte in List: In der Regel melden die Eltern ihre Kinder direkt nach der Geburt an und bringen sie dann nach einem Jahr. Es gibt kaum Kinder, die erst mit drei Jahren in die Kita kommen. Obwohl wir von Eltern hören, die gerne länger zu Hause geblieben wären. Aber sie können es sich nicht leisten. Wegen Klagen machen wir uns keine Sorgen. Derzeit stehen vier Kinder auf der Warteliste und im Herbst habe ich zwei Plätze frei, weil Kinder in die Ü-3-Gruppe rutschen.

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