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Partyszene auf Sylt : Auf der Insel abseits des Mainstreams feiern

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Während sich ein kleines Heavy-Metal-Festival in Keitum zum Erfolg mausert, tut sich die Insel mit Spartenangeboten ansonsten schwer.

Rauschende Partys auf dem Flughafengelände, Mondscheinfeten bei Bambus Klaus oder Technokonzerte: Diese Veranstaltungen gehören auf Sylt der Vergangenheit an. Konzerte oder andere Großveranstaltungen, die junge Menschen auf die Insel locken, sind rar gesät. Eine Musikveranstaltung in Keitum zeigt, dass es auch anders geht. Die „Helloween-Rock&Metal-Night“ fernab des Mainstream lockt sowohl Sylter als auch Gäste in den Friesensaal und zeigt damit, dass es klappen kann mit den kleinen großartigen Events.

„Wir sind so erfolgreich, weil sonst keiner auf der Insel etwas macht in dieser Art“, sagt Birgit Damer, erste Vorsitzende des Kulturhaus Sylt. Zwar gäbe es Veranstaltungen für junge Leute wie den Muschelrock, den Henner-Krogh-Preis oder die Nacht der Sylter Bands, „aber das sind halt keine richtigen Partys“, bei denen einheitliche Musik gespielt wird. „Die meisten Veranstaltungen werden auf Sylt für Leute über 50 gemacht“, sagt Damer. Jungen Menschen würde auf der Insel definitiv viel zu wenig geboten.


„Die Leute wollen härtere Musik hören“

Ausgelassen, aber friedlich hatten die Fans in den vergangenen zwei Jahren bei der Sylter Heavy Metal-Night im Friesensaal gefeiert. „Die Gäste freuen sich, die mögen mal was Härteres, mal was anderes. Wir würden solche Konzerte gern öfter machen. Ich habe das Gefühl, das würde gut ankommen“, sagt die Veranstalterin.

 

Allerdings habe es auch Probleme mit den Nachbarn gegeben, die sich wegen des Lärms beschwert haben – das sei auch der Grund, weshalb das Event jetzt in der Nebensaison stattfindet. Auch am Geld würde die Umsetzung neuer und anderer Konzerte für junge Leute häufig scheitern: „Zum Beispiel ist die Unterbringung von Musikern und Publikum auf der Insel viel zu teuer“, sagt Damer. Ferienwohnungen könnten meist nur für einen längeren Zeitraum gebucht werden und ein Hotelzimmer gebe es erst ab 100 Euro. „Veranstaltungen nur für junge Sylter, ohne dass jemand Kohle dazugibt, sind nicht möglich – die Touristen als zusätzliches Publikum sind da unverzichtbar“, sagt sie.

Um Menschen zu bestimmten Events nach Sylt zu holen und Insulaner davon zu begeistern, sei es „wichtig, eine große, feste Zielgruppe anzusprechen“, sagt Moritz Luft, Leiter der Sylt Marketing GmbH (SMG). „Dann können auch Sparten oder andere kleine Veranstaltungen erfolgreich sein und funktionieren.“

In der Vergangenheit hatte es Gespräche gegeben, auch auf der Insel ein sogenanntes Holi-Festival zu veranstalten. Bei der Aktion, die an das indisches Frühlingsfest angelehnt ist, werfen die Gäste Beutel mit buntem Farbpulver in die Luft.


Es muss ja nicht immer Party und Halligalli sein

„Ich denke, wenn diese Idee Erfolgsaussichten auf Sylt gehabt hätte, wäre das auch umgesetzt worden.“, sagt Luft. Es müsse jedoch nicht immer „Party und Halligalli“ sein. Auch in der Nebensaison würde den Insulanern Einiges angeboten, auch wenn diese Angebote nicht unbedingt aufs Feiern abzielen: Spezielle Events wie die Hundstage in Wenningstedt würden – nach den Großevents im Sommer wie den Harley Days oder dem Windsurf World Cup – auch jetzt noch zahlreiche Besucher anlocken.

Magnet für viele Feierfreudige war jahrelang auch das Hangar 74 auf Sylt: In den Sommermonaten jubelten und tanzten in dem Club am Flughafen regelmäßig bis zu 3500 Menschen. Neue Sicherheitsbestimmungen für Flughäfen hatten 2005 das Aus für die Partys in der Halle auf dem Flughafengelände bedeutet. „Wir hatten ein sehr, sehr gutes Konzept, drei große Tanzbereiche und faire Preise“, sagte Eventmanager Peter Kötting. Außerdem hatten Sylter freien Eintritt in die „einzige moderne Großraumdisko“ auf der Insel. Kötting veranstaltete zudem Konzerte mit den Toten Hosen, Modern Talkling oder Nena. „Ich bin mir sicher, dass das auch heute noch so gut funktionieren würde – das Publikum ist da und die Leute haben Lust darauf.“ Hätte er eine geeignete Halle würde er das gleiche Konzept sofort wieder starten, sagt er.

Etwas Neues für junge Leute anbieten will Henning Sieverts: „Eine Veranstaltung mit Ragga und Ska am Strand kann ich mir gut vorstellen, die passenden Bands dazu kenne ich schon“, sagt der Leiter des Tourismusservice Wenningstedt. Ob und wann er das umsetzen wird, steht zwar noch nicht fest – dafür kündigt sich damit aber ein neues, spannendes Event auf der Insel an.

 

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erstellt am 23.Okt.2015 | 05:05 Uhr

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