zur Navigation springen
Sylter Rundschau

12. Dezember 2017 | 03:46 Uhr

Auf der Durchreise

vom

Schriftstellerin Felicitas Hoppe besucht die Insel

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Westerland | Felicitas Hoppe trifft man dieser Tage auf Sylt in einem ungewohnten Zustand - sie macht einfach Urlaub. Die Schriftstellerin gehört als Trägerin des Georg-Büchner-Preises zur ersten Reihe des deutschen Literaturbetriebs und ist dabei bekannt für ihre rastlose Reisefreude und flirrende Kreativität.

Zu Sylt pflegt die 52-Jährige eine in erster Linie familiäre Beziehung: Ihr Bruder, Dr. Ulrich Hoppe, hat hier als Inselpfarrer das Heil der katholischen Gemeinde im Blick. Aber auch ohne ihren Bruder ist die Nordseeinsel schon früher auf die innere Landkarte der Literatin gerutscht. Bereits 2003, Jahre bevor Ulrich Hoppe auf die Insel kam, erreichte sie eine Einladung der Sylt-Quelle: "Ehrlich gesagt hatte ich nie einen besonderen Reiz darin gesehen nach Sylt zu kommen", gibt Hoppe unumwunden zu. Sie kam trotzdem, arbeitete intensiv und "konnte ein ganzes Kapitel meines damaligen Buches fertig stellen." Bis heute verbindet die Schriftstellerin Sylt daher mit Produktivität.

Es sind nicht die mit Heidegras überwachsen Dünentäler oder dramatische Sonnenuntergänge, die Felicitas Hoppe für ihr Schaffen braucht - der Ort an dem sie mit Worten arbeitet ist zweitrangig: "Ob ich auf Sylt bin oder an der sibirischen Grenze, da wird nicht derselbe Text entstehen, aber ich könnte an beiden Orten produktiv sein und vielleicht würden sich die Texte gar nicht so sehr unterscheiden."

Kein Satz läuft bei der Schriftstellerin aus dem Ruder. Stattdessen erreichen sie präzise ihr Ziel und gleiten dabei sicher wie Züge über Schienen. Felicitas Hoppe vergeudet keine Worte - weder auf dem Papier, noch im Gespräch - und ist dabei alles andere als wortkarg

Selber beschreibt Hoppe sich als "klassische Durchreisende" und umkreist damit eines ihrer literarischen Lebensthemen: den Ortswechsel. "Wir haben eine sehr bewegliche Familie, aber von uns fünf Geschwistern, bin ich sicherlich diejenige, die das nomadischte Leben führt." In vielen ihrer Bücher verarbeitet sie ihre Reiseerlebnisse. So basiert ihr Weltumschiffungsroman "Pigafetta" (1999) auf Hoppes eher bleiernden Erlebnissen an Bord eines Containerschiffs. Aber auch die komplexen Themenkreise wie Lüge und Identität finden in Hoppes Werk großen Raum: In ihrem aktuellen Roman "Hoppe" verbindet die Autorin diese Themen zu einer virtuosen Melange aus schelmenhafter Nasendreherei, die den kecken Lügen ihres literarischen Lieblings Pinocchio alle Ehre macht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen