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Sylter Rundschau

17. Oktober 2017 | 16:08 Uhr

Weltumrundung : Auf den letzten Drücker

vom

Beinahe wäre es schiefgegangen und der Rekordversuch, um 80 Tagen die Welt zu umrunden an der russisch-lettischen Grenze gestoppt worden. Doch der Sylter Dieter Albrecht ist optimistisch bis Sonntag das Endziel München zu erreichen.

shz.de von
erstellt am 21.Aug.2008 | 09:53 Uhr

Sylt | Schwierig würde es werden - das wussten die 32 Teilnehmer der Camp-Challenge schon vor ihrem Rekordversuch. Nach 10 000 Kilometern Fahrt durch Europa, die USA und China haben der Sylter Dieter Albrecht und der Rest der Truppe Gewissheit darüber. Tagelang hatten sie im chinesischen Hafen Xingang (140 Kilometer südlich von Peking) auf die Fähre mit ihren Wohnmobilen gewartet; und trotzdem stand ihnen mit der Überwindung des chinesischen Zolls die größte Herausforderung im Land des ewigen Lächelns erst noch bevor.
Auf den Fähren wird viel geklaut

Für die Zöllner mussten sie eine genaue Liste von dem erstellen, was sich vermutlich in ihren Wohnmobilen befand. "Eine schwierige Aufgabe" sagt Albrecht. "Schließlich hatten wir die Fahrzeuge seit einem Monat nicht mehr gesehen und auf diesen Fähren wird viel gestohlen." Glück also, dass bei der Kontrolle tatsächlich einige der benannten Dinge wie Unterhosen, Zahnbürsten und Socken in Schränken und Kisten zum Vorschein kamen.
Harter Ritt über Schlaglochpisten

Die Zeit saß ihnen aber auch anschließend unerbittlich im Nacken. Nur zehn Tage blieben ihnen noch bis zum Endziel München - 10 000 Kilometer. Was auf der Fahrt ab China folgte, war daher auch kein Zuckerschlecken. Viel eher, wie es Albrecht beschreibt "ein harter Ritt über Schlaglochpisten, wie ich sie noch nicht gesehen habe". Bis zu 1000 Kilometer am Tag fuhren sie dennoch, durch die Wüste Gobi bis nach Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei - "von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang".
Sieben Stunden im Stau

Dann waren es noch 2 000 Kilometer bis zur russisch-lettischen Grenze, an der sich entscheiden sollte, ob diese Weltumrundung - der Rekordversuch - wie geplant in 80 Tagen zu packen ist. "Zwei Tage, bis Dienstagabend 24 Uhr, hatten wir Zeit für diese Wegstrecke bis zur Grenze, dann liefen die russischen Visa ab", so Albrecht. Für Moskau, das etwa 600 Kilometer vor der Grenze liegt, hatten sie sich eigens von ihrem Begleiter den schnellsten Weg durch die Stadt in Richtung Lettland zeigen lassen - vergebens. Ein Stau in der Kreml-Stadt schien alle Hoffnungen im Keim zu ersticken. "Sieben Stunden lang ging gar nichts", erzählt Albrecht, "da wäre man zu Fuß schneller gewesen."

Erst um 23 Uhr waren sie dem Großstadtmoloch entflohen. Nach drei Stunden Schlaf jagten sie ihre Wohnwagen in Richtung Grenz-Zoll, bei dem sie ihre Verspätung mit einem Anruf angekündigt hatten. "Meine Frau und ich kamen morgens kurz vor neun als letzte der Gruppe an. Die Zöllner haben glücklicherweise ein Auge zugedrückt", sagt Albrecht, für den die Tage in Russland "der reinste Horror" waren.

Über Lettland, Litauen und Polen geht es jetzt zurück nach Deutschland. "Wenn nichts Schlimmes mehr passiert, schaffen wir es locker bis Sonntag nach München." Ein Satz, den Albrecht vor ein paar Tagen noch nicht einmal zu träumen gewagt hätte.

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