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Jobben auf Sylt : Auf dem Bau: Schatzsuche extrem

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im letzten Teil der Serie „Jobben auf Sylt“ arbeitet Volontärin Jana Walther auf der Baustelle der Firma Jacobsen in der Friesischen Straße.

Wie ist es, als Zimmermädchen, Crêpes-Bäckerin oder Fischbrötchen-Verkäuferin zu arbeiten? Jana Walther, Volontärin der Sylter Rundschau, probiert in der Serie „Jobben auf Sylt“ dreißig Minuten lang verschiedene Insel-Jobs aus und schreibt über die Menschen, mit denen sie zusammen arbeitet und darüber, welche Herausforderungen die verschiedenen Tätigkeiten bieten. Für die letzte Folge konnten die Leser Vorschläge einreichen. Über das Angebot, in der Goldschmiede in Morsum mitzuarbeiten oder bei der Seetierfangfahrt zu helfen, hat sich Jana Walther gefreut. Doch ausgewählt wurde die Firma Peter Jacobsen und ihre Bauarbeiten in der Friesischen Straße. So sollte auch einmal die Arbeit außerhalb der Tourismusbranche in der Serie Beachtung finden.

Mit meiner Schaufel befördere ich den Sand in der Baugrube in der Friesischen Straße von einer Seite auf die andere. Auf die Dauer ein ganz schöner Kraftakt, doch ich bin erst seit ein paar Minuten auf der Suche nach der Abzweigung der neuen Leitung. Diese muss freigelegt werden, denn wir wollen sie an die Schmutzwasserkanalleitung anschließen. Schachtmeister Malte Schütt und sein Lehrling David Jerschabek zeigen auf die Stelle, wo sich das rötliche Rohr eigentlich befinden müsste. Doch ich finde nichts außer einem schwarzen Gummiband und einer kleinen Schnapsflasche. „Die ist aber nicht von uns“, sagt Schütt sofort. Das Klischee, Arbeiter würden auf dem Bau viel trinken, höre er auch heute noch oft. „Wir müssen Maschinen bedienen und sehr genau arbeiten. Da braucht man die volle Konzentration.“ Alkohol ist da natürlich ein Tabu.

Nach erfolglosen zehn Minuten mit meiner Schaufel probiere ich es an einer anderen Stelle mit der Schatzsuche. Als ich merke, dass ich neben der Leiter auf etwas Hartes stoße, kann ich mir die Jubelrufe nicht verkneifen. Stolz schaufle ich die Abzweigung frei. „Gut gemacht“, lobt mich Malte. Mein erster Erfolg als Straßenbauarbeiterin.

Die gesamte Friesische Straße in Westerland muss neu gemacht werden – und zwar mit allem was dazu gehört, erklärt er mir: von den Kanal- und Wasserleitungen bis hin zur Oberflächensanierung. Schon seit einem Jahr ist die Straßen- und Tiefbaufirma Peter Jacobsen aus Tinnum hier tätig. „Eigentlich wollten wir schon fertig sein, doch es gab einige Verzögerungen“, erklärt der Schachtmeister.

Die Arbeit ist anstrengend, das habe ich nicht anders erwartet. Doch die zwei starken Männer in der Grube sind daran gewöhnt. Ein Fitnessstudio brauchen sie nicht, „das hier ist schon Sport genug“. Im Vergleich zur Bordsteinverlegung sei die jetzige Arbeit aber ein Leichtes. „105 Kilo schwere Steine schleppen – das ist wirklich hart“, sagt Malte. Doch soweit ist es noch nicht. Noch arbeiten die Männer weiter an den Hausanschlüssen. In einem nächsten Schritt müssen die Wasser- und Gasleitungen angebunden und Lampenkabel für die Straßenlaternen verlegt werden. Schließlich bekommt die 500 Meter lange Straße am Ende noch eine neue Asphaltdecke. Ende September sollen die Arbeiten fertig sein.

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erstellt am 16.Aug.2014 | 05:10 Uhr

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