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Auenland schlägt Japans „Blue River“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Green Screen Naturfilmfestival: Bei Sylter Publikum lagen Schreiadler und Biber knapp vor spektakulären Aufnahmen aus Fernost

Am Ende lag die heimische Naturidylle von Vorpommerns Fluss-Auen in der Gunst des Sylter Publikums hauchdünn vor den beeindruckenden Bildern aus dem fernen Japan. Ob der Film über Schreiadler, Biber und andere Wald- und Wiesenbewohner entlang der Peene in diesem Jahr den sh:z-Publikumspreis des Green Screen Naturfilmfestivals gewonnen hat, wird jedoch erst am 7. September bei der Preisverleihung zeigen. Da Sylt am Donnerstag den Abschluss der Tournee durch 17 Städte in Schleswig-Holstein und Dänemark machte, hat das knappe Votum der Besucher im Lister Erlebniszentrum Naturgewalten womöglich den Ausschlag gegeben.

Auch die dritte Auflage des Publikumspreises stieß landesweit wieder auf große Resonanz. Waren es in List 120 Zuschauer, so freuten sich die Festivalmacher insgesamt über mehr als 3 000 Naturfilmfans, die sich die drei Filme anschauten. Den Anfang machten eine Züricher Professorin und ihre Studentin, die in „Vom Kuscheln, Träumen und Schmusen“ das Gemeinschaftsverhalten der Erdmännchen am Rande der Kalahari-Wüste erforschen. Mit nur fünf der abgegebenen 84 Stimmzettel, fand er den geringsten Zuspruch. Für Jürgen Schmidt stellten die dokumentierten Revierkämpfe Wiederholungen dar. „Zu viele Erdmännchen, zu wenig andere Tierarten“, fand Christine Marx aus Nürnberg.

Ihr Favorit war „Vorpommerns Auen“. Die heimische Natur fesselte auch Sven Menke: „Vorpommern ist nah und doch so fern. Ich hätte nie vermutet, dass das Gebiet eine solche Artenvielfalt und natürliche Schönheit bietet“, befand der Westerländer, der wie 40 andere Zuschauer dem Auenland seine Stimme gab. „Die Landschaft und die Tierarten wurden wunderbar erklärt und toll in Szene gesetzt. Für einen Naturfilm wirkten einige Bilder des japanischen Beitrags einfach zu unwirklich und künstlich“, erklärt Christine Marx ihre Wahl. Der japanische Film „The Niyodo River – A Symphony in Blue“ überzeugte hingegen Jürgen Schmidt. „Die Landschaftsbilder, die Farben und gerade diese irreal-wirkende Schönheit – unglaublich“, schwärmt er. Dass der Film über den Niyodo-River mit englischem Text versehen und daher für viele Zuschauer nur teilweise verständlich war, dürfte den Ausschlag für Platz zwei mit 38 Stimmen gegeben haben.

Festival-Leiter Gerald Grote freut sich über Green Screen auf „Tournee“. Für ihn ginge es nicht darum, die Menschen „aus Elmshorn zum Festival nach Eckernförde zu holen“, sondern Green Screen im ganzen Land bekannt zu machen. Auch die Filmemacher seien begeistert von der Vergabe eines Publikumspreises. „Die finden das besser als den Jurypreis.“ Begeisterung gab es auch am Donnerstag in List. „Wir sind zum dritten Mal dabei und finden es einfach klasse“, sagten Rosemarie Katzera und Sabine Welle. „Dafür würden wir alles andere stehen und liegen lassen.“

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erstellt am 31.Aug.2013 | 00:33 Uhr

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