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Sylter Rundschau

16. Dezember 2017 | 16:23 Uhr

Au revoir

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

von
erstellt am 02.Okt.2014 | 09:28 Uhr

Da ist er fast schon wieder vorbei, der Windsurf World Cup 2014. Lustig ist jedes Jahr wieder, dass ihn Gäste und Sportler natürlich unterschiedlich in Erinnerung behalten werden. „Das war einer der besten Surfcups überhaupt. Das Wetter war einfach bombastisch. Wir wissen noch vor vier Jahren: da war es klirrend kalt, dazu hatten wir Sturm und Regen. Der war nicht so schön“, hat mir gestern eine Männerrunde aus Essen erzählt. Profi-Surfer Oliver Tom Schliemann dagegen sagt: „Dieses Jahr war´s halt ein wenig suboptimal mit wenig Wind. Vor vier Jahren - das war der Hammer. Da hatten wir perfekte Bedingungen mit 6-7 Windstärken aus Südwest. Und Regen, aber der stört ja nicht weiter.“ Ja, so hat halt jeder seine eigene Sichtweise.

Ich finde den Surfcup dieses Jahr sehr gelungen. Von Jahr zu Jahr hat man das Gefühl, dass die Veranstaltungsmeile am Brandenburger Strand größer und schöner wird. Mittlerweile kann man Flaute-Tage hier wunderbar überbrücken. Am besten gefallen mir die Mitmach-Angebote. Zum einen in der Mitte der „Love the ocean“-Stand des Hauptsponsors. Wenn man nur an dem Stand vorbei geht, wird man mit Meeresgeräuschen quasi vor Neugier hinein „gezwungen“. Drinnen kann man nicht nur auf riesigen Bildschirmen die Unterwasserwelt bewundern, sondern zudem mit einer Brille komplett in sie eintauchen. Toll, dieser virtuelle Tauchgang. Großartig auch an dem einen Ende der Meile der Flug- und Schifffahrtssimulator von der Marine. Vier Minuten dauert eine Fahrt darin und ich schwöre, es sind nur vergnügte Menschen hinaus gekommen. Hiermit einen lieben Gruß an den Mitarbeiter der Marine, der wahrscheinlich immer noch auf mich wartet. Vielleicht trauen mein flauer Magen und ich uns im kommenden Jahr.

Eines meiner persönlichen Highlights ist dieses Jahr ohne Frage der Cocktailstand im Partyzelt. Nein, nicht, was Sie jetzt denken, hier gibt’s bei Tresenchef Kai zum Beispiel auch leckere, frisch gepresste Säfte. Der Stand hat sich über die Jahre zum absoluten In-Treff entwickelt. Unter anderem ist hier dienstags „OnePiece“-Abend, heißt: hier treffen sich alle Fans des auch unter Surfern so beliebten (weil warm und bequem) einteiligen Sweat-Anzugs. In diesem Jahr haben sich dort bestimmt 40 fröhlich-bunte OnePiece-Anhänger getroffen. Die Gruppe war definitiv neben Robbie Naish, Björn Dunkerbeck und Philipp Köster das beliebteste Fotomotiv des Cups.

Ansonsten möchte ich auch dieses Jahr wieder ein paar Personen bzw. Dinge hochleben lassen: ein Hoch auf die Menschen hinter den Kulissen, zum Beispiel diejenigen, die dafür sorgen, dass die Meile jeden morgen so sauber ist, dass man vom Boden essen könnte. Ich habe weder tagsüber noch abends auch nur einen Papierschnipsel, geschweige denn eine Flasche dort herumliegen sehen. Da kann sich so manch eine Veranstaltung eine Scheibe abschneiden. Ein Hoch auf die fleißigen und immer gut gelaunten Tresenkräfte im Zelt, ein Hoch auf DJ Harry, der es jedes Jahr wieder schafft, die Feierwütigen bereits um 20 Uhr in Ekstase zu bringen und der zum anderen auch auf die Kleinkinder acht gibt, die nach 19 Uhr im Gedrängel auf den Schultern der Eltern durchs Zelt getragen werden: „Halte dir bitte die Ohren zu, ansonsten mache ich die Musik leiser.“ Und ein Hoch auf die leckeren Thainudeln (der Klassiker auf dem Surfcup), die es jetzt auch ohne Fisch und - wichtig für uns Frauen - als kleine Portion gibt.
Apropos: heute noch einmal Thainudeln genießen und zu DJ Harrys Partymusik wippen (tanzen wird nicht gehen, da das Zelt aus allen Nähten platzen wird). Ich werde Sylt morgen mit einem weinenden („ich will nicht, dass es vorbei ist... ich werde alle erst in einem Jahr wieder sehen“) und einem lachenden Auge („eigentlich gut, dass es vorbei ist, dann kehrt mal wieder ein normales Leben ein“) verlassen.

Um es mit einem Windsurfworld Cup 2014- Partyzelt-Song von Mark Forster zu sagen: „Au revoir“! Ich freue mich jetzt schon auf nächstes Jahr.

Jeden Sonnabend beschreibt Miriam Köthe exklusiv für die Sylter Rundschau, was ihr auf Sylt so auffällt und gefällt. Die Kieler Journalistin besucht mit ihrem Mann, dem R.SH-Morningman Carsten Köthe, in jeder freien Minute die Insel.




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