Asylbewerber sollen in Obdachlosenunterkunft ziehen

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25. Juni 2014, 17:46 Uhr

Angesichts der Tatsache, dass der Gemeinde Sylt immer mehr Flüchtlinge zugewiesen werden und es an passendem Wohnraum mangelt, plant die Gemeinde Sylt, dass ein Teil der momentan 59 Asylbewerber in die Obdachlosenunterkunft am Sjipwai zieht. Dies war auch Thema im Hauptausschuss – allerdings beschlossen die Ausschussmitglieder, sich diesem Thema lieber unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu widmen. Im Vorfeld hatte das Gerücht für Aufregung gesorgt, dass dort alleinstehende Frauen mit Kindern, einer Gruppe junger Männer anderer Nation und den Obdachlosen gemeinschaftlich leben sollen.

„Die momentane Obdachlosenunterkunft steht zu zwei Dritteln leer“, erklärt die Leiterin des Ordnungsamts, Gabriele Gotthardt. Zwei der jetzigen Bewohner würden dort bleiben, die anderen Bewohner künftig nach Absprache in einer anderen Unterkunft leben. Bei der künftigen Belegung des Hauses werde man natürlich darauf achten, dass die Frauen mit Kindern zusammen untergebracht würden, sagte Gotthardt. In den bisherigen Unterkünften hätten Männer und Frauen auch zusammengelebt – „Wir sind eine Gesellschaft, in der Männer, Frauen und Kinder zusammenleben“ – Konflikte unter den Asylbewerbern seien eher nationalen, religiösen oder persönlichen Ursprungs gewesen.

„Wir versuchen, bei der Unterbringung auf so etwas zu achten“, sagt Gotthardt, „aber gleichzeitig steigt die Zahl der Zuweisungen an die Gemeinde kontinuierlich und wir sind in der Unterbringungspflicht – da können wir keine Individuallösungen anbieten.“

Die geplante Umnutzung des Obdachlosenheims sei sowohl mit den jetzigen Bewohnern als auch mit den Asylbewerbern abgesprochen, so Gotthardt. Das Thema soll nun weiter im Sozialausschuss besprochen werden.

Zudem wird Anfang Juli ein Treffen der Sylter Integrationshilfe mit dem Ordnungsamt stattfinden, bei dem es unter anderem darum gehen soll, wie Hilfsangebote für die Asylbewerber unbürokratisch vermittelt werden können.

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