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Nordseeklinik Sylt : Asklepios will Vertrauen gewinnen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Nordseeklinik will ihr medizinisches Angebot erweitern, das Image verbessern und die Motivation der Mitarbeiter stärken und fördern

von
erstellt am 04.Aug.2015 | 05:04 Uhr

Die Nordseeklinik auf Sylt kämpft um ihren Ruf. Die aktuellen Meldungen vom Weggang mehrerer Ärzte hat die Klinik erneut in die öffentliche Kritik gebracht (wir berichteten). Die seit Anfang des Jahres neu eingeführte Geschäftsführung der Klinik, Dr. Ulrich Wenning für den Bereich der Akutklinik und Juliane Wille für den der Rehabilitation, will mit neuen Konzepten und Strukturen das Vertrauen in das Krankenhaus zurück gewinnen. Ein Vertrauen, das vor gut drei Jahren unter anderem mit der Einstellung neuer Ärzte wie dem Bauch-Spezialisten Dr. Bolko von Gerstenbergk-Helldorf als Chefarzt der Chirurgie langsam gewonnen werden konnte. Sein Weggang wird von der Klinik zwar offiziell bedauert, passt aber in die zukünftige Ausrichtung des Hauses, das sich vor allem als Akutkrankenhaus und Rehabilitationsklinik versteht.

„Wir nehmen unseren Versorgungsauftrag für die Bewohner und Besucher der Insel ohne Einschränkungen wahr und werden dies auch künftig tun“, so Wenning, der auch darauf verweist, welche Bereiche der Klinik ausgebaut werden sollen. „Aktuell stärken wir den Standort Sylt unter anderem durch ein erweitertes Angebot im Bereich der Schmerzmedizin, das sich mit seinem innovativen Angebot einer multimodalen Schmerztherapie zusätzlich zur bereits etablierten Schmerzambulanz auch an stationäre Patienten richtet. Wir gehen davon aus, dass unser neues Angebot für chronische Schmerzpatienten aus ganz Norddeutschland attraktiv ist, weil es bislang nur wenige umfassende Angebote dieser Art gibt“.

Eine „große Anziehungskraft für Patienten aus ganz Deutschland“ sieht man in der Klinik auch im Bereich der Inneren Medizin mit ihrem Kernstück Pneumologie (Lungenheilkunde), da sie nach Auskunft des Krankenhauses über alle notwendigen diagnostischen und therapeutischen Voraussetzungen verfügt und verbunden mit dem Rehabilitationsangebot eine „herausragende Rundumversorgung“ für Lungenerkrankungen bietet.

Wie attraktiv der Arbeitsplatz Nordseeklinik ist, wird bereits seit Jahren von den Mitarbeitern des Hauses sehr kritisch diskutiert. Der Streik vor drei Jahren brachte die Klinik über viele Wochen in die Negativschlagzeilen. Wie aus Kreisen des Betriebsrates der Klinik zu hören ist, baut sich das Vertrauen in die neue Führung und ihre Pläne nur sehr zögernd auf. „Wir hören seit 20 Jahren die immer gleichen Versprechungen, da ist es schwer, Vertrauen in neue Ankündigungen zu haben“, heißt es aus Betriebsratskreisen.

Die Asklepios-Konzernleitung sieht sehr wohl, dass ihre Mitarbeiter die wichtigsten Botschafter des Unternehmens sind und deshalb gut über die zukünftigen Pläne und Ziele des Krankenhauses informiert werden müssen. Dies geschah Ende vergangener Woche bei einer Mitarbeiterversammlung. Wenning und Wille gewannen da den Eindruck, „dass wir einen Vertrauensvorschuss genießen“, im Reha-Bereich glaubten sie sogar „eine Aufbruchstimmung“ fest zu stellen zu dürfen. Denn Juliane Wille sieht die Reha an der Nordseeklinik wieder auf einem guten Weg.

Nach derzeitigen Planungen wird der Standard der Zimmer in der Rehabilitationsklinik „auf hohem Niveau vereinheitlicht, so dass dort 290 Patienten gleichzeitig mit Lungen-, Krebs- und Hauterkrankungen genesen können“, lässt die Klinikleitung wissen. „Zur Sicherung des Standorts und der medizinischen Qualität möchten wir die bestehenden, aber mittlerweile unzureichenden räumlichen Strukturen an die aktuellen und künftigen Bedürfnisse unserer Patienten anpassen“, kündigt Juliane Wille an. „Wir prüfen dabei den Neubau des jetzigen Kurhauses mit 60 Betten, die unter anderem der medizinische Prävention und psychosoziale Rehabilitation dienen sollen“. Um für diesen Bereich auch entsprechend Mitarbeiter zu finden und zu halten, will man zukünftig attraktive Personalwohnungen anbieten. Eine Ankündigung, die die Klinik allerdings nicht das erste Mal macht. Wie aus Betriebsratskreisen zu erfahren ist, müssten die bereits vorhandenen Personalwohnungen der Klinik „dringend renoviert werden, da sie in einem unzumutbaren Zustand sind“.

Juliane Wille und Ulrich Wenning sind trotz all der Belastungen durch den häufigen Wechsel in der Geschäftsführung und der Ärzteschaft fest davon überzeugt, dass „wir ein zukunftsfähiges Konzept für die Klinik erarbeitet haben. Was wir jetzt brauchen ist vor allem das Vertrauen unserer Mitarbeiter und der Insulaner“, so Wenning.

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