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Geburtshilfe : Asklepios bleibt dabei: Ab 2014 keine Geburten auf Sylt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Das war es dann wohl: Konzepte für Erhalt der Sylter Geburtshilfe fruchten nicht und der Klinik-Geschäftsführer betont: Ende des Jahres ist Schluss mit Entbindungen auf der Insel.

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erstellt am 03.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Sylt | Am Wochenende demonstrierten 400 Sylter, gestern kamen die Landtagsabgeordneten Andreas Tietze und Marret Bohn (beide von den Grünen) auf die Insel, um sich des Themas anzunehmen, am Donnerstag soll die Sylter Geburtshilfe Thema im Sozialausschuss in Kiel werden – doch die Anstrengungen für den Erhalt der Geburteshilfe in der Asklepios Nordseeklinik scheinen vergebliche Liebesmühen zu sein. „Wir sehen uns nicht in der Lage, weiter Geburtshilfe zu betreiben“, betonte Nordseeklinik-Geschäftsführer Florian Nachtwey gestern gegenüber der Sylter Rundschau. „Ich gehe davon aus, dass dieses Angebot der Nordseeklinik am 31. Dezember endet.“ Sein Hauptargument für die Schließung: Zur Qualitätssicherung müssten Gynäkologen auf Sylt arbeiten, die mindestens 500 Geburten im Jahr betreuen. Das sei durch die wenigen Geburten auf Sylt nicht gegeben.

Am Vormittag hatten Tietze und Bohn ihm in einem Gespräch vorgeschlagen, für den Erhalt der Geburtenstation mit einer der umliegenden Kliniken mit Perinatalzentrum zu kooperieren – dies wären die Frauenklinik der Diakonissenanstalt in Flensburg oder die des Westküstenklinikums in Heide. Theoretisch, so Tietze, könnte wochenweise ein Gynäkologe aus einer dieser Kliniken auf Sylt Geburtshilfe betreiben. Diese Ärzte würden regelmäßig Entbindungen betreuen – damit sei auch der Qualitätsanspruch der Nordseeklinik erfüllt.

Auch wenn diese Idee noch in keiner der Festland-Kliniken besprochen wurde, würde Nachtwey sie nicht grundsätzlich ablehnen. Doch eine Umsetzung hält er nicht für wahrscheinlich: „Das Problem bei so etwas ist oftmals die Willigkeit der Ärzte. Die können sich heutzutage aussuchen, wo sie arbeiten. Und Sylt ist außerhalb des Sommers für sie nicht attraktiv.“ Generell, so Nachtwey weiter, könne er die Betroffenheit aller Beteiligten nachvollziehen, „aber von uns wäre es völlig verantwortungslos, die Geburtshilfe auf diese Art und Weise weiter zu betreiben.“

Bei den Beteiligten ruft das Verhalten der Klinik immer stärkere Irritationen hervor: „Ich bin langsam ratlos“, sagt Bürgermeisterin Petra Reiber angesichts dieser immer wieder zugeschlagenen Türen. „Ich fühle mich wie in einer Drehtür“, formuliert es Hebamme Anke Bertram, „morgens werden neue Varianten und Informationen präsentiert, abends sieht die Situation schon wieder anders aus.“

Im Kieler Gesundheitsministerium hält man sich zum Thema Sylter Geburtshilfe bedeckt: Momentan prüfe man das Konzept, das die Asklepiosklinik bis Ende November einreichen sollte. „Das ist irgendwie auch eine Makulatur“, sagt Klinikchef Nachtwey dazu – denn dieses Konzept beinhaltet das von Asklepios vorgeschlagene Geburtshaus in den Räumen der Nordseeklinik. Diese Lösung hatten die Inselhebammen schon vor einigen Wochen abgelehnt, weil sie ohne Gynäkologen vor Ort die Sicherheit der gebärenden Frauen nicht sichergestellt sahen.

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