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Magazin aus China : Architectural Digest: Wie 705.000 Chinesen Sylt kennenlernen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In der chinesischen Ausgabe des Magazins Architectural Digest erscheint ein achtseitiger Artikel über Sylt. Auch andere Länder zeigen Interesse.

shz.de von
erstellt am 03.Jun.2016 | 05:00 Uhr

Sylt | „Queen of the North“, die Königin des Nordens – unter dieser schmeichelnden Bezeichnung ist Sylt nun auch in China bekannt: In der chinesischen Juni-Ausgabe des Magazins Architectural Digest (AD) ist ein achtseitiger Artikel über die Insel erschienen, inklusive vieler Fotos und Inseltipps. Mit über 705.000 Lesern monatlich (zum Vergleich: Die deutsche Ausgabe von Architectural Digest hat 233.000 Leser) erreicht das Magazin sehr viele Menschen im Reich der Mitte und wird einer völlig neuen Zielgruppe bekannt gemacht. „Wir wissen natürlich nicht genau, was da steht“, lacht Ramona Dreessen, „aber ich geh mal davon aus, dass es die Informationen sind, die wir in unseren Beschreibungen geliefert haben.“

Die Inhaberin des Einrichtungsgeschäfts Homestories in Westerland ist sozusagen die Initiatorin des Artikels. Sie ist mit Autorin Patricia Ketelsen befreundet, die in Spanien lebt und viel für die spanische und die chinesische Ausgabe der weltweit bekannten Zeitschrift für Inneneinrichtung schreibt. „Ich hatte mir schon gedacht, dass ihr die Insel gefallen würde, aber bei ihrem ersten Besuch auf Sylt war Patricia von der Insel dann so begeistert, dass sie etwas veröffentlichen wollte“, erzählt Dreesen. Da auch gerade Olaf Kroenke, ein befreundeter Fotograf, auf der Insel war, schossen sie an mehreren Orten Impressionen und schickten die Bilder an die chinesische Ausgabe des weltweit erscheinenden Magazins. „In China war man sofort begeistert von den Bildern“, sagt Ramona Dreessen, „und so konnten wir im vergangenen Herbst mit der Produktion beginnen und halten jetzt das fertige Exemplar in den Händen.“

Und nicht nur in China hat man Interesse an Sylt, auch in anderen Ländern berichten immer mehr Medien über die Insel. Allerdings sei das Besucheraufkommen hauptsächlich deutschsprachig, wie Moritz Luft, Geschäftsführer der Sylt Marketing GmbH (SMG), weiß. „Wenn man aber die Presseresonanz und die Presseanfragen nimmt, sind wir weitaus internationaler aufgestellt, als die Urlauber es darstellen“, sagt er. Im vergangenen Jahr habe es große Berichterstattungen in Frankreich gegeben, in diesem Jahr erscheint viel in der Schweiz, aber auch in Dänemark oder Italien.

„Mich freut es sehr, dass wir in diesem Jahr zum zweiten Mal die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) auf der Insel zu Gast haben, die etwas veröffentlichen will“, sagt Luft, „das ist für die Schweiz schon ein großes Medium.“ Auch die englische Zeitung The Times, die Schweizer Handelszeitung, verschiedene dänische Magazine und Zeitungen und auch Japan TV haben sich für die kommenden Wochen angekündigt, um schließlich in ihrem Land über Sylt zu berichten. Außerdem seien Reise-Blogger immer mehr an der Insel interessiert.

Warum Sylt im Ausland an Attraktivität und Interesse gewinnt, ist auch auf die Arbeit der SMG zurückzuführen, die unter anderem in Dänemark, aber auch anderen europäischen Ländern für die Insel die Werbetrommel rührt. Marketing-Experte Luft erklärt aber außerdem, dass in vielen Ländern eher versteckte Destinationen gesucht werden, die noch nicht so bekannt sind. „Jeder freut sich doch, wenn er im Bekanntenkreis sagen kann: ‚Ich war da, wo noch nie jemand war‘“, so Luft.

Mit einer Reisewelle internationaler Gäste rechnet der SMG-Geschäftsführer in der kommenden Zeit jedoch nicht. „Da ist das Thema Erreichbarkeit natürlich noch ein wichtiger Faktor“, sagt er, „innerhalb Europas ist die Insel sicherlich interessant, aber die Entfernung zu China ist doch zu weit.“

Wie der Artikel im fernen China ankommt, weiß Ramona Dreesen noch nicht. „Es wird sicherlich eine Weile dauern, bis wir hören, wie die Insel dort aufgenommen wurde“, sagt sie, „es freut mich aber einfach sehr, dass aus dem Projekt etwas geworden ist und es tatsächlich realisiert werden konnte.“

Wie berichten internationale Reiseführer über Schleswig-Holstein? Das können Sie hier nachlesen.

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