Arbeiten statt Schule: Wie war das Praktikum?

Büroarbeiten: Jan Bertram machte Buchhaltung.
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Büroarbeiten: Jan Bertram machte Buchhaltung.

Es geht um Einblicke ins Berufsleben: Die 35 Zwölftklässler des Westerländer Gymnasiums absolvierten in dieser Woche ihre Wirtschaftspraktika in Unter- nehmen auf Sylt, auf dem Festland und einen Praktikanten zog es sogar in die Insel-Nachbarschaft nach Föhr. Eine Umfrage zu ihren Erfahrungen.

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31. Oktober 2009, 04:59 Uhr

Sylt | Für Mandy Fehr aus Westerland war sofort klar, wo sie ihr Wirtschaftspraktikum machen will: In den Ferien kontrollierte sie in Kampen Kurkarten, jetzt schnupperte sie in die Büroarbeiten des dortigen Tourismus-Service: Bearbeitung von Gästeanfragen, Verbuchung von Einnahmen aus der Tourismusabgabe sowie der Kurtaxe, Informationsdienst am Schalter… - der 18-Jährigen gefällt vor allem die Abwechslung, dass es viele verschiedenen Arbeiten zu erledigen gab. Besonders gefällt ihr der Kontakt mit Menschen und die nette Arbeitsatmosphäre.

Im Studium möchte sie sich aber lieber noch mehr der Zahlenwelt zuwenden: "Ich überlege, Mathematik zu studieren."

Ihr Schulkollege Jan Bertram (17) aus Westerland machte sein Wirtschafspraktikum beim Büroservice Sylt. Zu seinen Tätigkeiten gehörte das Sortieren und Abheften von Belegen sowie ihr Eintrag und ihre Verbuchung im Kassenbuch. Einerseits genoss er dabei das entspannte und selbstständige Arbeiten, andererseits wäre ihm der Job des Bürokaufmanns auf Dauer zu eintönig.

Das Gegenteil von Eintönigkeit erlebte der Lister Nick Riechelmann (18). Er denkt über ein naturwissenschaftliches Studium nach und wählte deshalb einen Praktikumsplatz im Erlebniszentrum Naturgewalten aus. "Ich habe da in der Verwaltung und im Marketing gearbeitet, durfte beispielsweise einen Bericht über das Zentrum für eine Golfzeitung schreiben."

In seiner Nachbarschaft am Lister Hafen arbeitete auch Janek Zäh (18). Er griff bei der Auswahl seines Praktikumsplatz auf Vertrautes zurück: Bei Paradise Customs verkaufte er schon während der Schulferien Sweat Shirts, Jacken und Jeans.

Als Praktikant erfasste er neu bestellte Ware mit einem Computerprogramm, gab Stückzahl, Größe, Farbe und natürlich den Preis der Artikel ein. Außerdem führte er Retouren durch und sichtete Bewerbungsschreiben, die an das Unternehmen geschickt wurden. Besonders interessant für ihn: Die wirtschaftlichen Aspekte eines Textilhandels. "Ich habe die Nebenkosten eines solchen Betriebes und Maßnahmen zur Umsatzsteigerung kennen gelernt."

Einer der Jugendlichen, die die Insel für das Wirtschaftspraktikum verlassen haben ist Finn-Ole Paulsen. Der 17-jährige Keitumer zog für die fünf Tage nach Föhr und schnupperte bei der Wyker Dampfschiff-Reederei in den Arbeitsalltag: Er begleitete Inspektionstouren auf den Schiffen, kontrollierte Fahrkarten und half beim Verladen und Einweisen der Autos auf der Fähre. "Toll war, dass ich die Kollegen alles fragen konnte. Ich bin aber unsicher, ob es beruflich für mich in diese Richtung gehen soll."

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