Vögel auf Sylt : Anzahl der Brutvögel auf der Insel nimmt ab

Die Brandgans gehört zu den Vögeln, deren Zahl auf Sylt steigt.
Die Brandgans gehört zu den Vögeln, deren Zahl auf Sylt steigt.

Zählungen ergeben: 2014 brüteten deutlich weniger Vögel auf der Insel als zuvor. Füchse, Greifvögel und Igel machten den Brutvögeln, laut Naturschutzgemeinschaft Sylt, das Leben schwer.

shz.de von
12. Mai 2015, 05:19 Uhr

Die Zahl der Brutvögel in den Naturschutzgebieten Braderuper Heide und Morsum-Kliff ist weiter rückläufig. Dies belegt die jetzt vorgestellte Statistik für das Jahr 2014, die von der die beiden Gebiete betreuenden Naturschutzgemeinschaft (NSG) Sylt erstellt wurde.

Dank der langjährigen Zählungen lassen sich dabei konkrete Vergleiche ziehen. So wurden in der Braderuper Heide 2014 insgesamt 35 brütende Vögel verschiedener Arten gesichtet – 2009 waren es noch 53, 2004 sogar 112.

Etwas besser stellt sich die Situation im Fünf- und Zehn-Jahres-Vergleich im Naturschutzgebiet Morsum-Kliff dar: Während 2014 hier 62 Brutvögel registriert wurden, waren es 2009 noch 81, im Jahre 2004 gab es allerdings nur 65 Sichtungen.

Mit 19 Brutvögeln waren die Brandgänse im vergangenen Jahr in der Braderuper Heide am stärksten vertreten, gefolgt von den Rotschenkeln (acht) und den Austernfischern (vier). Die markanteste Abwärtskurve zeigte die Lachmöwe: War sie im Jahre 2007 mit 72 Brutvögeln besonders stark vertreten, zählte man 2014 gerade noch drei Nester.

Auch am Morsum-Kliff dominierten die Brandgänse mit 38 Sichtungen, wiederum gefolgt von den Rotschenkeln (neun) und den Austernfischern (sechs). Der deutlichste Rückgang war hier bei den Sandregenpfeifern zu verzeichnen: Brüteten im Jahre 2002 immerhin noch acht von ihnen, so wurde 2014 kein einziges Nest registriert.

Für die rückläufigen Zahlen führt NSG-Geschäftsführerin Margit Ludwig verschiedene Gründe an. „Zum einen sind es insbesondere die Füchse, aber auch Greifvögel und Igel, die Brutvögeln das Leben schwer machen.“ Ebenso dezimiere der professionelle Vogelfang in einigen Ländern die Zahl der zurück kehrenden Zugvögel.

Ein weiteres (Dauer-)Problem: Frei laufende Hunde, die die Vögel aufschrecken. Wenn diese flüchten, bleiben die Eier respektive Küken ohne Schutz vor Kälte, Hitze oder Nesträubern zurück. „Da wir uns gerade wieder in der Brutzeit befinden, können wir nur einmal mehr an alle Hundehalter appellieren, die Leinenpflicht unbedingt einzuhalten“, unterstreicht Margit Ludwig.



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